[Pressemitteilung ver.di] Großfusion Immobilienkonzerne : Gefahr von Tarifflucht und Arbeitsplatzabbau

verdi Logo

Die Gefahr einer weiteren Tarifflucht in der Wohnungswirtschaft verbunden mit dem Wegfall weiterer Arbeitsplätze sieht die Gewerkschaft ver.di durch den geplanten Zusammenschluss der Immobilienkonzerne Deutschen Annington und Gagfah. „Die Konzerne haben sich in den letzten Jahren schleichend aus dem Tarif verabschiedet“, kritisierte Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin für die Wohnungswirtschaft bei ver.di NRW. So habe die Deutsche Annington durch Outsourcing-Maßnahmen 80 Prozent der Beschäftigten in tariflosen Gesellschaften eingestellt. Bei der Gagfah fielen nur noch 60 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter den Tarifvertrag für die Wohnungswirtschaft. Wenn sich demnächst Deutschlands größter Immobilienkonzern aus dem Flächentarifvertrag verabschiedet, seien sichere Arbeitsplätze mit geregeltem Tarif für die ganze Branche die Ausnahme. Bereits jetzt gibt es Lohnunterschiede zum Tarif von teilweise 500 Euro monatlich.

„Der Zusammenschluss wird natürlich auch massive Auswirkungen auf die Arbeitsplätze haben“, sagte Becker. „Der Abbau von Arbeitsplätzen steht nach Unternehmensaussagen zwar `nicht im Vordergrund`, wohl aber im Hintergrund“. Niemand könne „so naiv sein zu glauben, bei dieser Großfusion würden Arbeitsplätze nicht im großen Stil tangiert“, erklärte die Gewerkschafterin. ver.di hat in den letzten Monaten einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern beider Betriebe zu verzeichnen. „Immer mehr Beschäftigte wollen sich so für eine faire Bezahlung einsetzen“, sagte Becker.

Die mehr als eine Million Mieter des Großkonzerns könnten nur dann profitieren, wenn der Service funktioniert. „Dazu braucht man mehr statt weniger Beschäftigte“, so die Gewerkschaft. Die Erfüllung von Verträgen mit den Mietern als „Versprechen“ darzustellen, sei noch keine Verbesserung für die Mieterinnen und Mieter, sondern eine Selbstverständlichkeit. Sie hätten in den letzten Jahren „genug unter der Personalpolitik der Unternehmen gelitten“.

Kontakt: Andrea Becker, Tel.: 0170.800 24 28

1-12-Großfusion Immobilienkonzerne Gefahr von Tarifflucht

Günter Isemeyer, Pressesprecher, Abteilungsleiter Kommunikation

ver.di NRW, Karlstraße 123-127, 40210 Düsseldorf

Telefon 0211.61 824-110, Fax 0211.61 824-460, Mobil 0175.93 30 300

guenter.isemeyer@verdi.depressestelle.nrw@verdi.de

4 Gedanken zu “[Pressemitteilung ver.di] Großfusion Immobilienkonzerne : Gefahr von Tarifflucht und Arbeitsplatzabbau

  1. Wenn ver.di in den letzten Monaten einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern beider Betriebe zu verzeichnen hat, sollte man jetzt vieleicht schon im Vorfeld des Zusammenschlusses ein Treffen der Betroffenen beider Seiten Organiesieren um eine effiziente Vorgehensweise zu ermöglichen.

  2. Lieber Kollege, Sie haben recht, dass ein Treffen bzw. eine offene Mitgliederversammlung eine gute Idee wäre. Genau das haben wir mit aktiven Kolleginnen und Kollegen für das Neujahr vor. Vielleicht können Sie der zuständigen Sekretärin bei ver.di für die Wohnungswirtschaft und für Deutsche Annington Katja Arndt (katja.arndt@verdi.de) Bescheid geben, dass Sie Interesse dran haben?

  3. Tja alles schön und gut,aber so toll und einfach ist das nicht mit den Abschlüssen von Tarifen.
    Ver.di kümmert sich doch im Gunde auch nur um die Mitglieder für die schon/noch ein Tarifvertrag existiert!
    Ich bin Gagfah FM(bei Annignton TGS)Mitarbeiter der ehemals durch den Haustarifvertrag der Gagfah zu Lohn und Brot gekommen ist. Seit dem Gagfah durch gründen von Tariflosen Gesellschaften Tarifflucht begagngen hat, sind Ver.di Mitglieder mich eingeschlossen völlig außen vor!
    Wehrend für die anderen Tarife neu verhandelt werden (kürzlich wieder geschehen) schauen wir Jahr für Jahr in die Röhre!Wozu also Mitglied bleiben?Hab ich irgendwas falsch gemacht?Warum bin ich plötzlich für meine Gewerkschaft uninteressant geworden?
    Ich bin Mitglied im Betriebsrat und versuche ständig hier in Berlin neue Mitglieder zu werben,was schwer ist . Denn je brikärere die Lohnsituationen sind desto mehr überlegen die Leute soll ich etwas bezahlen wo ich eventuell in 3 Jahren oder auch nicht ,etwas von habe?
    Live Ticker für Ver.di eintritte auf einer Verdi seite,macht doch keiner .Für TGS schon ,weil da mehr potentzielle Beitragszahler sind.
    Zu unseren Betriebsversammlungen sind eingeladenen Ver.di Leute schlecht informiert oder garnicht erschienen.
    Was ich meine,wenn Ver.di für seine Mitglieder innerhalb eines Unternehmens Tarife beschließt, sollten auch nur Mitglieder(alle) etwas davon haben!Keine Trittbrettfahrer oder andere.
    Dann würden auch mehr Leute eintreten,weil sie dann nicht auf die zahlenden Mitglieder hoffen könnten!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *