Update III, bisher kein Ergebnis

Soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter*innen?

Anerkennung der außergewöhnlichen Leistung der Mitarbeiter*innen? Alles nicht vorhanden.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am 1. Juli 2020 fand – online – die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Immobilienwirtschaft statt. Wie zu erwarten war, wollen die Arbeitgeber nicht von ihrer Haltung abrücken, als Gewinner aus der Krise hervorzugehen.

Mussten zu Beginn dieser Tarifrunde die globalen Auswirkungen der Pandemie herhalten, wird jetzt immer deutlicher, dass es nur um einen politischen Willen des Arbeitgeberverbandes (AGV) geht, nicht in der Krise als Erster „einzuknicken“ und eine adäquate prozentuale Entgelterhöhung zuzulassen.

Der Ausgleich der Inflationsrate soll für 18 Monate reichen, begründet mit der (befristeten) Absenkung der Mehrwertsteuer, der momentanen Inflationsrate und sicheren Arbeitsplätzen.

Diese Arbeitsplätze werden seit Jahren mit zurückhaltenden Tarifrunden und einem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung von den Arbeitnehmer*innen querfinanziert.

Angeblich ist eine prozentuale Entgelterhöhung ein „ungedeckter Scheck auf die Zukunft“!!! Das erklärt ein Verband, dessen Mitglieder sehr langfristige Investitionen tätigen und diese, auch und gerade in Zeiten von Corona, kaum merklich zurückgefahren werden. Umso unverständlicher wird es dann, wenn allen Beteiligten klar wird, dass Tarifverträge immer für die Zukunft abgeschlossen werden.

Zur Luftnummer wird die „Zukunftsdiskussion“ des AGV spätestens dann, wenn er mit einer steuer- und sozialabgabenfreien Prämie winkt. Diese ist weder nachhaltig für die Mitarbeiter*innen, noch schafft sie Sicherheit.

—>Das Flugblatt zum Verteilen findet ihr hier<—

18 Gedanken zu “Update III, bisher kein Ergebnis

  1. Also wenn ich schon lese „Die Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di haben dennoch bereits ihre Bereitschaft signalisiert, bis zum 31. Dezember 2020 eine adäquate Einmalzahlung zu akzeptieren.“ dann bekomm ich ein kaltes Schauern. Eine Einmalzahlung ist nur verhandelbar wenn bei der Nächsten prozentualen Erhöhung 6% oder mehr rausspringen und das ist eher unwahrscheinlich. Ebenso finde ich, dass bei einer Einmalzahlung die Azubis nicht gerecht behandelt werden. Anpassung des Urlaubsgeldes ist seit Mitte der 90er nicht mehr passiert und an der Arbeitszeit hat sich auch nichts getan. Es muss mehr Druck kommen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Verdi immer den Bücker macht, dies ist auch der Grund warum ich aus der Gewerkschaft raus bin. Seit es die HBV nicht mehr gibt, kam maximal ein Inflationsausgleich dabei heraus. IG Metall und IG BCE machen noch Abschlüsse die was bewirken.

  2. die Einmalzahlungen werden doch sicherlich viele Unternehmen auch ohne Vereinbarung mit der Gewerkschaft tätigen. Meines Erachtens sollte eine prozentuale Erhöhung als Ergebnis verhandelt werden.

    Was vielmehr endlich mal angegangen werden sollte, ist der verstaubte Manteltarifvertrag. Gleitzeitregelungen, Home Office, Jobrad etc. Aber auskunftsgemäß bockt hier die Gewerkschaft 🙁

  3. Also eigentlich wollte ich ursprünglich meine Wut über das Arbeitgeberverhalten zum Ausdruck bringen, aber der Kommentar von dir „Walter G“ finde ich ein starkes Stück.
    1. Dein kaltes Schaudern erledigt sich eventuell, wenn du nicht mittem im Lesen abbrichtst: Nach dem von dir -mit Schaudern- gelesenem Satz „Die Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di haben dennoch bereits ihre Bereitschaft signalisiert, bis zum 31. Dezember 2020 eine adäquate Einmalzahlung zu akzeptieren“. kommt folgender Satz „Ab dem 1.Januar 2021 muss es eine tabellenwirksame Erhöhung geben“. Also entweder habe ich dein Schaudern falsch interpretiert oder du teilst d Haltung der Tarifkommission. Oder?
    2, Super: Du trittst aus ver.di aus und beschwerst dich über mangelden Durchsetzungsfähigkeit und forderst parallel mehr Druck ein. Ich bin gaaanz sicher, dass DU im Betrieb total viel Druck machst und das der Grund aus ver.di auszutreten war, weil den ganzern Druck, den du machen wolltest, von ver.di verhindert wurde.
    Dann vergleichst du auch noch mit Abschlüssen aus Branchen, wo es eher verwunderlich ist, wenn Beschäftigte dort nicht organsiert sind…. merkste selber, ne? Widerspricht sich schon überall!
    ich bin auf jeden Fall auf den massiven Druck von Nichtmtiglieder wie dir gespannt…. also im Betrieb, nicht auf ver.di

    • Wie gehts denn nun weiter? Hat man einen neuen Termin zum finalen Verhandeln vereinbart? Wie ist denn nun die weitere Vorgehensweise von Verdi? Gibt es noch irgendwelche realistischen Ziele oder steckt man jetzt den Kopf in den Sand? Was passiert nun?

      • Lieber Markus,
        wie im Flugblatt angekündigt, wird sich die Tarifkommission beraten müssen, wie nun damit umzugehen ist.
        Ob es noch ein weiteres Gespräch gibt, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, nur vermuten. Infos kommen z.B. hier, sobald wir sie haben
        Normalerweise müsste an dieser Stelle zu diesem Zeitpunkt ein Arbeitskampf folgen. Ob unsere Bundestarifkommission dies so beschließt wird sich zeigen. Aktionen im Betrieb wären in jedem Fall sinnvoll. Die Frage ist, in wie weit die WoWi-Branche bzgl der Mitgliederzahlen und Aktionswillen der Beschäftigten in der Lage sind, spürbare Aktionen durchzuführen.
        Mit unseren Funktionären in den Betrieben ist das nun abzuwägen.
        Katja Arndt und ich als zuständige Hauptamtliche für den WoWi Bereich in NRW (und unsere Kolleg/innen bundesweit) freuen uns auf jeden Fall, wenn wir über die wenigen absehbaren Aktivitäten in den wenigen aktionsfähigen Betrieben in NRW hinaus Aktivitäten entwickeln dürfen.
        An dieser Stelle bitte keine guten Ratsschläge was Katja, ich oder „die Organisation“ -eben andere als man selbst- tun könnten. Freuen tuen wir uns über Meldungen, dass Menschen im Betrieb oder darüber hinaus was machen wollen. Das helfen wir sofort mit organisieren.
        Liebe Grüße
        Benedikt

        an dieser Stelle: Katja.arndt@verdi.de und benedikt.frank@verdi.de, bei ver.di NRW zuständig für die WoWi-Branche

      • Aktuell wir nach einem Termin für eine 4. Verhandlungsrunde gesucht. Wahrscheinlich wird diese im August stattfinden.

    • „Pino“ scheint AG-freundlich zu sein – mit erhabener Führungsposition vermutlich, der gut mit Prämien bedacht wird

  4. Also es gibt Unternehmen in der Wohnungswirtschaft, die 1,3 Milliarden € Gewinn machen = Vonovia, und diese Ziele auch für dieses Jahr nicht revidieren, trotz Corona.

    So what ?, ich denke bei allen anderen WowiUnternehmen, sieht es auch nicht schlechter aus!

    Das sollte man den AGV mal mitteilen.

  5. Hallo zusammen, können auch Nicht-Gewerkschaftsmitglieder in ihren Unternehmen Aktionen durchführen?

    Vielen Unternehmen ist der Tarifvertrag ja sehr wichtig, so dass sie mit Sicherheit auch den Kampf ihrer Arbeitnehmer für einen guten Tarifvertrag unterstützen würden.

    Darüber hinaus sind viele Arbeitgeber mit der Verhandlungsstrategie des AgV alles andere als zufrieden .

    Ich würde mir allgemein mehr Input von ver.di wünschen.
    Viele Arbeitnehmer würden gerne etwas tun , aber es fehlt hier jegliche Inspiration durch ver.di.

    Es ist für mich auch keine Antwort, dass alle Arbeitnehmer in eine Gewerkschaft eintreten sollen , weil leider auch die Mitglieder leider nicht wirklich durch die Gewerkschaften informiert oder unterstützt werden .

    Ver.di setzt leider zuerst eine hohe Organisation in den Betrieben voraus, um sich dann erst in einem Betrieb einzubringen.

    Vorher sollen aber die Mitglieder kommen , wenn man dafür aktiv nichts tut und „kleine Pflanzen“ in den Betrieben nicht pflegt.

    • Lieber Bernd,

      ja, selbstverständlich sind Aktionen auch durch/mit Nichtmitglieder möglich und ich (bzw kommt drauf an wo du herkommst sicher auch meine Kolleg/innen an anderen Standorten) organisieren das gern mit dir.
      schreib mich mal an: benedikt.frank@verdi.de
      Dann klären wir -abhängig von dem Ort/Betrieb wo du arbeitest- mit wem ich dich zusammen bringe.
      Gern organisiere ich (bzw sicher genauso meine Kolleg/innen) mit dir und anderen Aktion(en) im Betrieb oder überbetrieblich.

  6. Zur (befristeten) Absenkung der Mehrwertsteuer ist jedoch noch zu ergänzen, dass der daraus resultierende Mehrwert für den Endkonsumenten zum einen lächerlich gering und nicht verpflichtend an den Kunden abzutreten ist.

    Das Argument hat somit 0,00 Wert!
    Wenn ich im Supermarkt einkaufen gehe und die Preiserhöhung vieler Produkte sehe frage ich mich, wie das sein kann. Wer soll sich das denn Perspektivisch noch leisten können? Die Mieten sind in vielen Orten dramatisch angestiegen. Selbst als Mitarbeiter in der Wohnungswirtschaft ist es nicht leicht etwas bezahlbares zu finden.

    Sorry, wenn ich das jetzt so klar formulieren muss:
    Ver.di du hast deine Eier verloren!

    Wer spielt denn den Unternehmen das Geld ein?
    Wer muss seit Corona mehr Arbeiten?
    Homeoffice und gleichzeitige Kinderbetreuung erledigt sich auch nicht von selbst!
    Vertragliche Vereinbarung zur anfänglich benannten (befristeten) Absenkung der Mehrwertsteuer wurde auch nicht automatisch umgesetzt…

    Wir können doch nicht immer zu allem Ja und Amen sagen!
    Ohne uns, die täglich ihre Leistung für unsere Unternehmen bringen, stände der AGV auch ziemlich schlecht da…

    Ver.di:
    Ihr könnt das echt besser!
    Mit dem aktuellen Verhandlungsgeschick finde ich es außerdem äußerst fragwürdig ob das ausreicht um neue Mitglieder zu werben! Fordert die angestrebten Ziele und werbt damit, wenn ihr diese erreicht habt um Mitglieder zu generieren anstelle dass ihr alle damit vertröstet, dass zu wenige der Gewerkschaft beigetreten sind!

  7. Zum 1.1.2021 entfällt ja für uns Normalos der Solidaritaetszuschlag. Wahrscheinlich sagt dann der AGV Ihr habt ja schon mehr Netto, dann brauchen wir die Gehälter ja nicht so stark anheben. Das Argument mit der MWST ist ja, mehr als lächerlich. Ebenso das Angebot einer Einmalzahlung.

    • Das mit der Einmalzahlung wird es aber werden, ich frag mich nun wie hoch wird diese wohl sein? Mir schwant aber Übles…

      aus einem Beitrag von ver.di:
      „[…] Die Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di haben nun ihre Bereitschaft signalisiert, bis zum 31. Dezember 2020 eine adäquate Einmalzahlung zu akzeptieren. Ab dem 1. Januar 2021 muss es dann aus ihrer Sicht eine tabellenwirksame Erhöhung geben.
      Die Verhandlungen sind vorerst auf August vertagt worden.“

      Im August wird dann wohl die Höhe und Laufzeit festgelegt. Von +% können wir uns dieses Jahr wohl gedanklich verabschieden, leider leider…

  8. Man muss sich mal überlegen das der AGV mit dem Geld vom Staat argumentiert. Die MwSt-Senkung“ die meiner Meinung nach völliger Quatsch ist“ wurde vom Staat beschlossen. Die finanziert der Staat. Die Abschaffung des Solidaritätszuschlages wird vom Staat beschlossen. Aber die Abschaffung sehe ich noch nicht.
    Also bitte, was hat der Arbeitgeber damit zu tun? Warum ist der AGV so dreist und argumentiert damit?

  9. Passiert jetzt eigentlich noch was außer „Klatschen und Schulterklopfen“? Seit drei Wochen Funkstille, ein Statement wäre nett.

    • Hallo Dennis,

      die 4. Verhandlungsrunde findet erst Mitte August statt, bis dahin müssen wir mit „Klatschen und Schulterklopfen“ auskommen ….

      • Na da lassen wir uns mal überraschen. Ist echt mühselig dieses Jahr. Die Hinhaltetaktik des AGV mit „Corona“ ist echt ein Unding.

        Gut das man den Humor nicht verliert :-).

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