Auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen zum Entgelttarifvertrag der Immobilienwirtschaft gab es am 25. Juni 2020 kein Ergebnis.


Diese Tarifverhandlung fand, aufgrund der aktuellen Situation, ebenfalls wieder online statt.


Die Verweigerung der Arbeitgeber, eine prozentuale Entgelterhöhung zu verhandeln, bringt die Verhandlung an den Rand des Scheiterns. Sie wollen lieber die Gunst der Stunde nutzen und eine geringe Einmalzahlung im Rahmen der Corona-Bonus-Zahlungen verhandeln.


Die Verhandlungskommissionen der IG BAU und ver.di haben ihnen mehrere Kompromisslinien aufgezeigt, welche sie sich komplett verweigern. So besteht u.a. die Möglichkeit für Betriebe in finanzieller Schieflage, den Beschäftigungssicherungstarifvertrag zur Anwendung zu bringen. Sie verweisen immer auf mögliche Risiken der (Corona)Zukunft und sehen sich deswegen außerstande, ein anderes Angebot zu machen. Dies ist umso unverständlicher, da sie selbst über ihren politischen Spitzenverband vorsichtige positive Stimmung verbreiten und alle wirtschaftlichen Rahmendaten zwar auf eine Konjunkturdelle verweisen, diese aber im Jahr 2021 wieder aufgeholt wird.

Nach mehreren Gesprächsrunden haben wir uns auf den 1. Juli 2020 vertagt.


Nun heißt es, in den Betrieben Flagge zeigen und Eure Arbeitgeber auf ihre
Verweigerungshaltung anzusprechen.


Die Verhandlungskommissionen von IG BAU und ver.di

41 Gedanken zu “Update II: Tarifverhandlung ohne Ergebnis vertagt!

  1. Krawall können der AgV gerne haben .
    Die Stimmungslage unter den Beschäftigten wird hier ganz falsch vom AgV eingeschätzt und vor allem deutlich unterschätzt.

    Die Verweigerungshaltung wird in der kommenden Jahren zum Bumberang lieber AgV.

  2. Der AgV betreibt gerade die Beste und Größte Werbekampagne für ver.di und IG Bau die man sich wünschen kann .

    Weiter machen. 🙂

  3. Flagge zeigen? Wie soll das denn aussehen? Tarifverhandlungen brauchen immer eine win/win Lösung. Was hat denn der AGV zu verlieren? Sollen wir Kündigung oder Streik androhen? Der AGV bietet irgendwelche Almosen und wir müssen abnicken. Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel bzw. nichts ändern. Eigentlich kann einem die Gewerkschaft schon leid tun. Trotzdem gilt mein Dank den Gewerkschaften die sicherlich alles versuchen in dem Kampf David gegen Goliath. Ich persönlich stell mich schon mal auf einen unverschämt traurigen Abschluss ein…

    • dem schließ ich mich an.
      @Verdi ihr argumentiert vernünftig und richtig – Danke!
      @AgV ihr nutzt lediglich die Argumente des „Stärkeren“. Eure Aussagen sind zynisch. Lasst Taten sprechen und spendet Eure Tantieme an die Gewerbetreibenden die tatsächlich Existenzängste haben. Das nennt man dann Solidarität.

    • Geschätzter Kollege, der AGV braucht Druck. Die Verhandlungsführer reden im GdW Vorstand ganz anders.
      1.In der Verbandszeitschrift spricht der Bayer. Verbandsdirektor von 1,4% der Unternehmen die unter Corona Risiken leiden.
      2.Allein die Windfall profits aus der Ust-Senkung schätzen die Fachleute auf 500 Mio.€. Damit kann man jeden der 50 000 Wowi Mitarbeiter mit einer einmaligen Sonderzahlung von € 10 000 bedienen.
      Also nicht bange machen lassen!
      Gruß edgar

  4. Die Argumentation der Arbeitgeber ist nicht nachvollziehbar.
    Bei den meisten Unternehmen gibt es kaum Ausfälle aufgrund von Corona, und sollte ein Wohnungsmieter nicht zahlen können, so würde dieser Unterstützung vom Staat erhalten.

    Und sollte es zu Zahlungsausfällen kommen, so bedeutet das schäbige Verhalten der Arbeitgeber, dass Sie genau die bei diesen Tarifverhandlungen mit dem Knüppel schlagen, auf die Sie dann angewiesen sind. Nämlich ihre Arbeitnehmer.
    Diese sind es doch, die sich um die vermehrten Zahlungsausfälle kümmern müssten. Diese sind es doch, die durch Ihren Einsatz unter Corona-Bedingungen die Wohnungen neu vermieten müssten. Diese sind es es doch, die aufgrund der zu erwartenden Spannungen auch innerhalb der Mieterschaft schlichten müssten.

    Liebe Arbeitgeber, Ihr schlagt die mit dem Knüppel, welche ihr gerade dann braucht, wenn Eure Befürchtungen eintreffen sollten.

    Von daher ist Euer Verhalten zu kurz gedacht.

    „Man sieht sich immer 2mal im Leben“

  5. Die Haltung des Arbeitgeberverbandes ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar und einfach zu kurz gedacht. Das hat mit Wertschätzung, Fairness und Stil gegenüber den Arbeitnehmern nicht im Entferntesten etwas zu tun. Stattdessen wird unter dem Vorwand der Covid-19-Pandemie versucht, eine gefühlte Nullrunde durchzudrücken. Die Einmalzahlungen sind lediglich ein Alibi-Entgegenkommen, aber in Hinblick auf abgehende Lohnsteuer und SV-Beiträge der gespielte Witz. Dazu wird relativ plump die Situation ausgenutzt, dass die Arbeitnehmerschaft nicht so breit gewerkschaftlich organisiert ist. Aber das ist auch nicht die Kernfrage. Letztendlich würde es nur zu unnötigen Streiks etc. führen, selbst wenn man breiter aufgestellt wäre. Das bringt niemandem was. Aus meiner Sicht ist es so: Die Verhandlungsergebnisse der letzten Jahre bewegten sich sowieso gefühlt auf Höhe eines Inflationsausgleiches. Der AGV scheint dabei zu verkennen, dass der Vergütungstarifvertrag schon lange keine Spitzenposition mehr im Vergleich zu anderen Branchen einnimmt. Im Gegenteil, Automobil-, Chemie- und andere Industrien sowie der öffentliche Dienst stellen im Hinblick auf die Vergütung wesentlich attraktivere Bedingungen bereit. Dabei ist die Wohnungswirtschaft eines der stabilsten und wichtigsten Branchen in Deutschland. Denn Wohnraum und das Know-How dahinter sind essenzielle Dinge. Und gerade die Unternehmen, die innerhalb des AGV organisiert sind, haben in den letzten Jahren solide Jahresüberschüsse eingefahren, wobei ein wesentlicher Beitrag durch die Arbeitnehmer generiert wird. Die Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass Qualität nun mal ihren Preis hat und das qut qualifiziertes Personal wertgeschätzt und angemessen vergütet werden sollte. Schon jetzt nutzen viele Unternehmen das Instrumentarium von Zulagen etc., schlicht und ergreifend, weil die Tarifgruppen überholt sind und dem Wettbewerb hinterherhinken. Der AGV sollte seine Haltung daher schnellstmöglich überdenken und der Arbeitnehmerschaft zeigen, dass sie es wert sind, angemessen vergütet zu werden. Ansonsten wird die Branche schneller unattraktiv als viele Arbeitgeber das vielleicht glauben mögen. Und dann sollen sie mal sehen, wie sie den Alltag perspektivisch mit durchschnittlichem Personal gestemmt bekommen.

  6. Als nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen profitiert die Wohungswirtschaft im Bereich der sächlichen Aufwenungen, Instandhaltungs- sowie Baurechnungen enorm von der Mehrwertsteuersenkung! Das muss thematisiert werden, 4% Erhöhung sind gegen die Einsparungen ein Witz. Weiterhin wird es Coronabedingt keinen Mietausfall geben, im Zweifel zahlt das Amt…

  7. Nicht der AgV.. sondern die Beschäftigten sitzen am eindeutig längeren Hebeln .

    Ich kann gar nicht verstehen warum viel hier so devot sind .
    Ihre unterschätzt Eure Macht.

  8. ja ist auch so und dem agv auch sehr wohl bewusst .
    deshalb Ruhe bewahren .
    3 – 4 % für 12 Monaten springen am Ende schon raus .

    Die nächsten 12 Monate sollten dann intensiv genutzt werden, dann sind in Zukunft auch deutlich besserer Abschlüsse möglich.

  9. Die Arbeitgeber haben ein viel größeres Interesse an der Beibehaltung der Tarifbindung als die Arbeitnehmer .

    Die Verhandlungskommission des AgV steht unter immensen Druck und darf die Verhandlungen gar nicht scheitern lassen . Alles andere wäre für den AgV der Supergau.

    also entspannt euch und lasst euch von etwas Gebrüll vom AgV nicht einschüchtern.

    Es könnte für die Gewerkschaften bisher gar nicht besser laufen können.
    Der AgV hat durch seine ungeschickte Verhandlungsstrategie bereits zu großem Unmut unter seinen Mitgliedern geführt und den Preis sehr hochgetrieben.

    d

    • Hallo Michael, wieso haben die Arbeitgeber ein größeres Interesse an der Tarifbindung als die Arbeitnehmer? Vielen Dank für die Antwort. Paul

  10. Seitens des GdW wurde ganz aktuell die neue Umfrage „Auswirkungen der Coronakrise auf die Wohnungsunternehmen 2. Befragungsdurchlauf“ veröffentlicht. Diese sollten die Gewerkschaften vielleicht mit zur nächsten Verhandlungsrunde nehmen.
    88% der Unternehmen sehen die Auswirkungen des Coronavirus und der damit im Zusammenhang stehenden Maßnahmen auf den derzeitigen Geschäftsbetrieb als mäßig bis sehr gering an.

  11. Liebe Tarifkommission,

    vielen Dank für Euren Einsatz.

    Hat sich der AgV zu unseren Gunsten bewegt? Immerhin wurden in den vorstehenden Kommentaren ordentlich Diskussionsgrundlage geliefert.

    VG

  12. Hallo Paul,
    viele Arbeitgeber machen es sich gerne einfach und gruppieren ihre Mitarbeiter entsprechend im Tarifvertrag ein . Das aushandeln von individuellen Gehältern bedeutet für sie in jeder Hinsicht einen erheblichen Mehraufwand . Nicht nur bei einer Neueinstellung, sondern auch bei jedem Gehaltsgespräch.
    Dafür muss ein Tarifvertrag aber entsprechend gut und auch für die Beschäftigten lukrativ sein.

    Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten 10 Jahren gravierend zu Gunsten der Arbeitnehmer verändert. Die Zeiten in denen sich 100 Arbeitnehmer auf eine freie Stelle gemeldet haben , sind lange vorbei.
    Entsprechend hat sich auch die Verhandlungsposition von den Beschäftigten immens verbessert.
    Bereits heute werden viele Arbeitnehmer außertariflich entlohnt und schlagen auch bei Gehaltsgesprächen diverse Prämien raus .

    Diese Entwicklung würde sich durch einen schlechten Abschluss bei den Tarifverhandlungen nochmal deutlich beschleunigen .

    Es gibt deshalb überhaupt keinen Grund zurückhaltend zu sein , oder sich durch den AgV einschüchtern zu lassen .

    Der Druck liegt auf der anderen Seite.

  13. Gibt es schon ein verlautbares Ergebnis? Oder versucht der AGV es weiter in die Länge zu ziehen? Ich hoffe das der AGV weiß, das selbst wenn sie die Verhandlungen 1Jahr in die Länge ziehen, das es nachgezahlt werden muss.
    Ich finde schlimm das der AGV Corona als Druckmittel nimmt.
    Die Krankheit ist schon schlimm genug.
    Mich würde auch mal interessieren warum die Verdi und IG Bau Seite nicht aktualisiert werden. Im Bezug auf die Tarifverhandlungen……

        • Das sehe ich genauso. Verdi ist auch nicht aktuell. Da steht immer noch 1 Verhandlungsrunde. Ausserdem ist die Kommunikation sehr dürftig. Man muss ihnen alles aus der Nase ziehen.

        • Je länger es dauert umso mehr lösen sich die „Argumente“ des AgV in Luft auf. Lass uns im Dezember verhandeln.

  14. es ist doch vollkommen egal wie lange es dauert . Lange Verhandlungen sind für mich ein gutes Zeichen.

    es wurden seitens der Gewerkschaften klare Forderungen aufgestellt. Und es gibt keinen Grund jetzt schnell einzuknicken.

    Standhaft und geduldig bleiben.

    Und keine Sorgen, die Erhöhung wird rückwirkend gezahlt .

  15. Ich denke mal, dass sich alle darüber freuen würden, wenn auch mal ein paar Details veröffentlicht werden würden.

    Irgendwie tappen hier alle im Dunkel, wie die Forderungen seitens der Gewerkschaft aussehen und inwieweit sich die Arbeitgeberverbände vielleicht deswegen „quer stellen“.

    Etwas mehr Transparanz wäre wünschenswert, damit jeder überhaupt mal abschätzen kann, ob man sich überhaupt schon angenähert hat oder die Vorstellungen beider Parteien weit auseinander liegen.

    Und die Information, welche erfolgen sollte, lässt auch bereits wieder seit 5 Tagen auf sich warten.
    Es muss ja kein Roman werden, ein paar Zeilen reichen ja schon.

    Danke.

  16. WI Ausgabe 27/2020 – „Wohnungwirtschaft bleibt trotz Corona-Krise verlässlicher Partnerin Ihrer Mieter und Statilibtätsanker für die Wirtschaft“ – Weiter: Nach der neuesten Umfrage unter den Mitgliedern des GdW und seiner Regionalverbände leigen die Zahlungsausfälle bei 0,62 Pozent der Mietverhältnisse. Mit Stundungsanträgen kamen Mieter nur in 0,33 Prozent aller Mietverhältnissen auf ihr Wohnungsunternehmen zu. PS: In den alten Bundesländern wurden die Renten zum Juli 2020 um 3,45 Prozent erhöht, in den neuen Bundesländern erhalten Rentner 4,20 Prozent mehr Geld und die Wohnungswirtschaft??

  17. Hallo Zusammen,
    ich bin etwas irritiert. Wir haben jetzt schon den 07.07.2020 und immer noch keine Angaben, was die „Verhandlungsrunde“ am 01.07.2020 ergeben hat.
    WIR würden uns über nähere Infos freuen.

  18. Guten Morgen liebe Genossinnen und Genossen,
    jetzt bin ich noch mehr irritiert als gestern.
    Meine Frage von gestern, wann denn neu verhandelt wird bzw. was denn überhaupt angeboten wurde ist nicht freigeschaltet worden.
    Geht man so mit Mitgliedern um? Alleine wenn man die Werbetrommel im Betrieb anwirft um neue Mitglieder zu gewinnen? Ich würde mal sagen nein.
    Heute haben wir schon den 8.7.2020 und die letzte Runde war am 1.7.2020. Der Informationsfluss ist echt schleppend.
    Ich hoffe auf Info.

  19. Bei uns hat dieses Schreiben des AGV die Runde gemacht:

    Von: AGV
    Gesendet: Freitag, 3. Juli 2020 10:27
    An: Harald Cadsky
    Betreff: Tarifverhandlungen 2020

    Peter-Müller-Str. 16
    40468 Düsseldorf

    Telefon: 0211/96135-0
    Telefax: 0211/1233987-1000

    Mail: kontakt@agv-online.de
    Internet: https://www.agv-online.de

    Tarifverhandlungen 2020

    Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

    auch die dritte Tarifverhandlungsrunde hat nicht zu einem Abschluss geführt. Die Gewerkschaften beharren auf völlig überzogenen Forderungen, die für die Tarifkommission des Arbeitgeberverbandes nicht nachvollziehbar sind. Auch der Hinweis, dass die Verhandlungen aufgrund der Ferienzeit erst frühestens im August fortgeführt werden können und es aus unserer Sicht wünschenswert wäre, den Arbeitnehmern zu Beginn der Urlaubszeit schon Zahlungen in Aussicht zu stellen, hat nicht zu einem Umdenken geführt. Wir möchten diesen Status quo auch zum Anlass nehmen, auf sehr vereinzelt aus den Unternehmen geäußerte Kritik an unserer Verhandlungsstrategie einzugehen.

    Es wurde z.T. kein Verständnis dafür aufgebracht, dass die Tarifkommission des Arbeitgeberverbandes eine prozentuale Steigerung der Löhne und Gehälter abgelehnt hat. Argumente waren vor allem, dass es den Wohnungsunternehmen in der Corona-Krise doch gut gehe und dass die Arbeitnehmer in der Krise besondere Leistungen erbracht hätten.

    Beide Argumente können tarifpolitisch eine tabellenwirksame prozentuale Erhöhung der Löhne und Gehälter nicht begründen. Tarifpolitik ist keine Momentaufnahme. Das Wesen der Tarifpolitik liegt im besonderen Maße darin abzuschätzen, welche zusätzlichen finanziellen Belastungen durch Personalkosten die Unternehmen auf Dauer tragen können und natürlich auch, welche finanziellen Bedürfnisse die Arbeitnehmer haben, um ihren Lebensstandard zu halten. Diese Aspekte müssen sorgfältig abgewogen und miteinander in Einklang gebracht werden.

    Zu Beginn der Tarifverhandlungsrunde war die Corona-Krise in ihrer ersten Welle in Deutschland auf dem Höhepunkt. Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft waren nicht absehbar. Wir müssen im Auge haben, ob die Unternehmen perspektivisch stabile Mieten generieren können. Das war im März und April nicht einschätzbar. Wir haben daher in der Tarifkommission beschlossen, eine Nullrunde zu verlangen.

    In Frühsommer zeichnete sich ab, dass die Krise auf die Unternehmen in unserer Branche zumindest kurzfristig keinen nachhaltigen negativen Einfluss nimmt. Auch zu dieser Zeit und bis heute wissen wir jedoch nicht ansatzweise, was uns der Herbst und der Winter oder gar das nächste Jahr bringt.

    Die Ungewissheit über die weltwirtschaftliche Entwicklung und damit zusammenhängend die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland als exportabhängiges Land war seit dem Krieg noch nie so unsicher wie heute. Von daher verbot und verbietet es sich u.E. tarifpolitisch, „ungedeckte Schecks auf die Zukunft“ auszustellen. Man muss tarifpolitisch unterscheiden zwischen Leistungsfähigkeit der Unternehmen heute und Leistungsfähigkeit der Unternehmen morgen. Auf die stabile Leistungsfähigkeit der Unternehmen heute haben wir dahingehend reagiert, dass wir den Gewerkschaften eine – in der Sache für die Arbeitnehmer hochattraktive – Einmalzahlung angeboten haben.

    Arbeitnehmer in vielen Unternehmen haben in der Krise flexibel agiert und mitgezogen. Das ist gar nicht zu bestreiten. Aber was macht ein Unternehmen normalerweise, wenn Arbeitnehmer in einer besonderen, zeitlich begrenzten Situation besondere Leistungen erbringen? Die Arbeitnehmer bekommen eine Prämie und nicht eine dauerhafte Gehaltserhöhung. Auch unter diesem Gesichtspunkt war die Wahl einer Einmalzahlung der richtige Weg.

    Natürlich haben wir auch die Bedürfnisse der Arbeitnehmer im Auge. Glückerweise ist die Inflationsrate derzeit und voraussichtlich auch in überschaubarer Zukunft sehr niedrig. Erleichterung gibt es zudem durch die Mehrwertsteuersenkung. Ein realer Kaufkraftverlust auf Seiten der Arbeitnehmer ist daher nicht zu erwarten. Anders als die Arbeitnehmer in vielen anderen Branchen haben die Arbeitnehmer in unseren Unternehmen zudem sichere Arbeitsplätze bei stabiler Einkommenssituation.

    Wir haben den Gewerkschaften daher vorgeschlagen, tariflich zu vereinbaren, den Arbeitnehmern eine attraktive steuerfreie Einmalzahlung zu gewähren und für den Tarifvertrag eine kurze Laufzeit bis um 31.03.2021 zu vereinbaren. Dieser Vorschlag war begründet in der Hoffnung, dass wir zu Beginn des Jahres 2021 im Hinblick auf die o.g. Probleme klarer sehen. Eine tabellenwirksame prozentuale Erhöhung hätte danach schon ab Anfang 2021 mit Wirkung ab 01.04.2021 verhandelt werden können. Dieser Vorschlag steht nach wie vor im Raum.

    Die Gewerkschaften haben diesen Vorschlag abgelehnt und bestehen weiterhin auf einer tabellenwirksamen Erhöhung. Die Verhandlungsgruppe der Tarifkommission hat daher unter Vorbehalt der Zustimmung der Tarifkommission und Hintanstellung aller oben aufgeführten Bedenken vorgeschlagen, zusätzlich zu der genannten Einmalzahlung für das Jahr 2020 eine moderate inflationsausgleichende Tariferhöhung mit Wirkung ab 01.01.2021 zu vereinbaren. Auch das wurde von den Gewerkschaften abgelehnt. Im Gegenzug stellten sie eine Forderung, die Belastungen für die Unternehmen in einer Höhe bedeuten würde, die über die Abschlüsse der vergangenen Jahre hinausgeht. Darauf einzugehen, wäre aus unserer Sicht unverantwortlich.

    Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass sich die Tarifkommission des Arbeitgeberverbandes ausgehend von einer Nullrunde zu einem Vorschlag bewegt hat, der für die Krisenzeit in der deutschen Wirtschaft einmalig wäre. In keiner anderen Branche hat es seit Ausbruch der Pandemie einen vergleichbaren Tarifabschluss gegeben und ein solcher ist in laufenden Tarifverhandlungen in anderen Branchen auch nicht zu erwarten.

    Die Tarifkommission des Arbeitgeberverbandes hat Angebote gemacht, die einen Reallohnzuwachs für die Beschäftigten gewährleisten. Damit sind unsere Möglichkeiten aus heutiger Sicht mit Blick in eine unsichere Zukunft ausgeschöpft.

    Mit freundlichen Grüßen

    Arbeitgeberverband der Deutschen
    Immobilienwirtschaft e.V.

    Olaf Rabsilber Christoph Beck
    – Vorstandsvorsitzender – – Verbandsauschussvorsitzender –

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    Arbeitgeberverband der Deutschen
    Immobilienwirtschaft e.V.
    Peter-Müller-Str. 16
    40468 Düsseldorf

  20. „WOWI- vernetzt“? Seit Wochen nun schon „REDEN IST SIBER, SCHWEIGEN IST GOLD“? Keine Stellungnahme nichts… Klar ist Urlaubszeit, aber man könnte ja zumindest mal kurz informieren, wie es jetzt weiter geht.
    Das Schreiben des AGV hört sich meiner Meinung nach vernünftig in diesen schweren Zeiten an. So sehen das auch eine Vielzahl meiner Kollegen. Natürlich würde sich jeder freuen zum Monatsende mehr Geld in seiner Kasse zu haben aber man muss auch irgendwie vernünftig bleiben. Das ist meine Meinung.

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