Update III, bisher kein Ergebnis

Soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter*innen?

Anerkennung der außergewöhnlichen Leistung der Mitarbeiter*innen? Alles nicht vorhanden.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am 1. Juli 2020 fand – online – die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Immobilienwirtschaft statt. Wie zu erwarten war, wollen die Arbeitgeber nicht von ihrer Haltung abrücken, als Gewinner aus der Krise hervorzugehen.

Mussten zu Beginn dieser Tarifrunde die globalen Auswirkungen der Pandemie herhalten, wird jetzt immer deutlicher, dass es nur um einen politischen Willen des Arbeitgeberverbandes (AGV) geht, nicht in der Krise als Erster „einzuknicken“ und eine adäquate prozentuale Entgelterhöhung zuzulassen.

Der Ausgleich der Inflationsrate soll für 18 Monate reichen, begründet mit der (befristeten) Absenkung der Mehrwertsteuer, der momentanen Inflationsrate und sicheren Arbeitsplätzen.

Diese Arbeitsplätze werden seit Jahren mit zurückhaltenden Tarifrunden und einem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung von den Arbeitnehmer*innen querfinanziert.

Angeblich ist eine prozentuale Entgelterhöhung ein „ungedeckter Scheck auf die Zukunft“!!! Das erklärt ein Verband, dessen Mitglieder sehr langfristige Investitionen tätigen und diese, auch und gerade in Zeiten von Corona, kaum merklich zurückgefahren werden. Umso unverständlicher wird es dann, wenn allen Beteiligten klar wird, dass Tarifverträge immer für die Zukunft abgeschlossen werden.

Zur Luftnummer wird die „Zukunftsdiskussion“ des AGV spätestens dann, wenn er mit einer steuer- und sozialabgabenfreien Prämie winkt. Diese ist weder nachhaltig für die Mitarbeiter*innen, noch schafft sie Sicherheit.

—>Das Flugblatt zum Verteilen findet ihr hier<—

64 Gedanken zu “Update III, bisher kein Ergebnis

  1. Also wenn ich schon lese „Die Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di haben dennoch bereits ihre Bereitschaft signalisiert, bis zum 31. Dezember 2020 eine adäquate Einmalzahlung zu akzeptieren.“ dann bekomm ich ein kaltes Schauern. Eine Einmalzahlung ist nur verhandelbar wenn bei der Nächsten prozentualen Erhöhung 6% oder mehr rausspringen und das ist eher unwahrscheinlich. Ebenso finde ich, dass bei einer Einmalzahlung die Azubis nicht gerecht behandelt werden. Anpassung des Urlaubsgeldes ist seit Mitte der 90er nicht mehr passiert und an der Arbeitszeit hat sich auch nichts getan. Es muss mehr Druck kommen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Verdi immer den Bücker macht, dies ist auch der Grund warum ich aus der Gewerkschaft raus bin. Seit es die HBV nicht mehr gibt, kam maximal ein Inflationsausgleich dabei heraus. IG Metall und IG BCE machen noch Abschlüsse die was bewirken.

  2. die Einmalzahlungen werden doch sicherlich viele Unternehmen auch ohne Vereinbarung mit der Gewerkschaft tätigen. Meines Erachtens sollte eine prozentuale Erhöhung als Ergebnis verhandelt werden.

    Was vielmehr endlich mal angegangen werden sollte, ist der verstaubte Manteltarifvertrag. Gleitzeitregelungen, Home Office, Jobrad etc. Aber auskunftsgemäß bockt hier die Gewerkschaft 🙁

  3. Also eigentlich wollte ich ursprünglich meine Wut über das Arbeitgeberverhalten zum Ausdruck bringen, aber der Kommentar von dir „Walter G“ finde ich ein starkes Stück.
    1. Dein kaltes Schaudern erledigt sich eventuell, wenn du nicht mittem im Lesen abbrichtst: Nach dem von dir -mit Schaudern- gelesenem Satz „Die Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di haben dennoch bereits ihre Bereitschaft signalisiert, bis zum 31. Dezember 2020 eine adäquate Einmalzahlung zu akzeptieren“. kommt folgender Satz „Ab dem 1.Januar 2021 muss es eine tabellenwirksame Erhöhung geben“. Also entweder habe ich dein Schaudern falsch interpretiert oder du teilst d Haltung der Tarifkommission. Oder?
    2, Super: Du trittst aus ver.di aus und beschwerst dich über mangelden Durchsetzungsfähigkeit und forderst parallel mehr Druck ein. Ich bin gaaanz sicher, dass DU im Betrieb total viel Druck machst und das der Grund aus ver.di auszutreten war, weil den ganzern Druck, den du machen wolltest, von ver.di verhindert wurde.
    Dann vergleichst du auch noch mit Abschlüssen aus Branchen, wo es eher verwunderlich ist, wenn Beschäftigte dort nicht organsiert sind…. merkste selber, ne? Widerspricht sich schon überall!
    ich bin auf jeden Fall auf den massiven Druck von Nichtmtiglieder wie dir gespannt…. also im Betrieb, nicht auf ver.di

    • Wie gehts denn nun weiter? Hat man einen neuen Termin zum finalen Verhandeln vereinbart? Wie ist denn nun die weitere Vorgehensweise von Verdi? Gibt es noch irgendwelche realistischen Ziele oder steckt man jetzt den Kopf in den Sand? Was passiert nun?

      • Lieber Markus,
        wie im Flugblatt angekündigt, wird sich die Tarifkommission beraten müssen, wie nun damit umzugehen ist.
        Ob es noch ein weiteres Gespräch gibt, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, nur vermuten. Infos kommen z.B. hier, sobald wir sie haben
        Normalerweise müsste an dieser Stelle zu diesem Zeitpunkt ein Arbeitskampf folgen. Ob unsere Bundestarifkommission dies so beschließt wird sich zeigen. Aktionen im Betrieb wären in jedem Fall sinnvoll. Die Frage ist, in wie weit die WoWi-Branche bzgl der Mitgliederzahlen und Aktionswillen der Beschäftigten in der Lage sind, spürbare Aktionen durchzuführen.
        Mit unseren Funktionären in den Betrieben ist das nun abzuwägen.
        Katja Arndt und ich als zuständige Hauptamtliche für den WoWi Bereich in NRW (und unsere Kolleg/innen bundesweit) freuen uns auf jeden Fall, wenn wir über die wenigen absehbaren Aktivitäten in den wenigen aktionsfähigen Betrieben in NRW hinaus Aktivitäten entwickeln dürfen.
        An dieser Stelle bitte keine guten Ratsschläge was Katja, ich oder „die Organisation“ -eben andere als man selbst- tun könnten. Freuen tuen wir uns über Meldungen, dass Menschen im Betrieb oder darüber hinaus was machen wollen. Das helfen wir sofort mit organisieren.
        Liebe Grüße
        Benedikt

        an dieser Stelle: Katja.arndt@verdi.de und benedikt.frank@verdi.de, bei ver.di NRW zuständig für die WoWi-Branche

      • Aktuell wir nach einem Termin für eine 4. Verhandlungsrunde gesucht. Wahrscheinlich wird diese im August stattfinden.

    • „Pino“ scheint AG-freundlich zu sein – mit erhabener Führungsposition vermutlich, der gut mit Prämien bedacht wird

  4. Also es gibt Unternehmen in der Wohnungswirtschaft, die 1,3 Milliarden € Gewinn machen = Vonovia, und diese Ziele auch für dieses Jahr nicht revidieren, trotz Corona.

    So what ?, ich denke bei allen anderen WowiUnternehmen, sieht es auch nicht schlechter aus!

    Das sollte man den AGV mal mitteilen.

  5. Hallo zusammen, können auch Nicht-Gewerkschaftsmitglieder in ihren Unternehmen Aktionen durchführen?

    Vielen Unternehmen ist der Tarifvertrag ja sehr wichtig, so dass sie mit Sicherheit auch den Kampf ihrer Arbeitnehmer für einen guten Tarifvertrag unterstützen würden.

    Darüber hinaus sind viele Arbeitgeber mit der Verhandlungsstrategie des AgV alles andere als zufrieden .

    Ich würde mir allgemein mehr Input von ver.di wünschen.
    Viele Arbeitnehmer würden gerne etwas tun , aber es fehlt hier jegliche Inspiration durch ver.di.

    Es ist für mich auch keine Antwort, dass alle Arbeitnehmer in eine Gewerkschaft eintreten sollen , weil leider auch die Mitglieder leider nicht wirklich durch die Gewerkschaften informiert oder unterstützt werden .

    Ver.di setzt leider zuerst eine hohe Organisation in den Betrieben voraus, um sich dann erst in einem Betrieb einzubringen.

    Vorher sollen aber die Mitglieder kommen , wenn man dafür aktiv nichts tut und „kleine Pflanzen“ in den Betrieben nicht pflegt.

    • Lieber Bernd,

      ja, selbstverständlich sind Aktionen auch durch/mit Nichtmitglieder möglich und ich (bzw kommt drauf an wo du herkommst sicher auch meine Kolleg/innen an anderen Standorten) organisieren das gern mit dir.
      schreib mich mal an: benedikt.frank@verdi.de
      Dann klären wir -abhängig von dem Ort/Betrieb wo du arbeitest- mit wem ich dich zusammen bringe.
      Gern organisiere ich (bzw sicher genauso meine Kolleg/innen) mit dir und anderen Aktion(en) im Betrieb oder überbetrieblich.

  6. Zur (befristeten) Absenkung der Mehrwertsteuer ist jedoch noch zu ergänzen, dass der daraus resultierende Mehrwert für den Endkonsumenten zum einen lächerlich gering und nicht verpflichtend an den Kunden abzutreten ist.

    Das Argument hat somit 0,00 Wert!
    Wenn ich im Supermarkt einkaufen gehe und die Preiserhöhung vieler Produkte sehe frage ich mich, wie das sein kann. Wer soll sich das denn Perspektivisch noch leisten können? Die Mieten sind in vielen Orten dramatisch angestiegen. Selbst als Mitarbeiter in der Wohnungswirtschaft ist es nicht leicht etwas bezahlbares zu finden.

    Sorry, wenn ich das jetzt so klar formulieren muss:
    Ver.di du hast deine Eier verloren!

    Wer spielt denn den Unternehmen das Geld ein?
    Wer muss seit Corona mehr Arbeiten?
    Homeoffice und gleichzeitige Kinderbetreuung erledigt sich auch nicht von selbst!
    Vertragliche Vereinbarung zur anfänglich benannten (befristeten) Absenkung der Mehrwertsteuer wurde auch nicht automatisch umgesetzt…

    Wir können doch nicht immer zu allem Ja und Amen sagen!
    Ohne uns, die täglich ihre Leistung für unsere Unternehmen bringen, stände der AGV auch ziemlich schlecht da…

    Ver.di:
    Ihr könnt das echt besser!
    Mit dem aktuellen Verhandlungsgeschick finde ich es außerdem äußerst fragwürdig ob das ausreicht um neue Mitglieder zu werben! Fordert die angestrebten Ziele und werbt damit, wenn ihr diese erreicht habt um Mitglieder zu generieren anstelle dass ihr alle damit vertröstet, dass zu wenige der Gewerkschaft beigetreten sind!

  7. Zum 1.1.2021 entfällt ja für uns Normalos der Solidaritaetszuschlag. Wahrscheinlich sagt dann der AGV Ihr habt ja schon mehr Netto, dann brauchen wir die Gehälter ja nicht so stark anheben. Das Argument mit der MWST ist ja, mehr als lächerlich. Ebenso das Angebot einer Einmalzahlung.

    • Das mit der Einmalzahlung wird es aber werden, ich frag mich nun wie hoch wird diese wohl sein? Mir schwant aber Übles…

      aus einem Beitrag von ver.di:
      „[…] Die Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di haben nun ihre Bereitschaft signalisiert, bis zum 31. Dezember 2020 eine adäquate Einmalzahlung zu akzeptieren. Ab dem 1. Januar 2021 muss es dann aus ihrer Sicht eine tabellenwirksame Erhöhung geben.
      Die Verhandlungen sind vorerst auf August vertagt worden.“

      Im August wird dann wohl die Höhe und Laufzeit festgelegt. Von +% können wir uns dieses Jahr wohl gedanklich verabschieden, leider leider…

  8. Man muss sich mal überlegen das der AGV mit dem Geld vom Staat argumentiert. Die MwSt-Senkung“ die meiner Meinung nach völliger Quatsch ist“ wurde vom Staat beschlossen. Die finanziert der Staat. Die Abschaffung des Solidaritätszuschlages wird vom Staat beschlossen. Aber die Abschaffung sehe ich noch nicht.
    Also bitte, was hat der Arbeitgeber damit zu tun? Warum ist der AGV so dreist und argumentiert damit?

  9. Passiert jetzt eigentlich noch was außer „Klatschen und Schulterklopfen“? Seit drei Wochen Funkstille, ein Statement wäre nett.

    • Hallo Dennis,

      die 4. Verhandlungsrunde findet erst Mitte August statt, bis dahin müssen wir mit „Klatschen und Schulterklopfen“ auskommen ….

      • Na da lassen wir uns mal überraschen. Ist echt mühselig dieses Jahr. Die Hinhaltetaktik des AGV mit „Corona“ ist echt ein Unding.

        Gut das man den Humor nicht verliert :-).

      • und Informationen für die nächste Verhandlung sammeln.

        Im Hinblick auf die Nachricht in der Sächsischen Zeitung vom 06.08.2020 mit der Überschrift „Vonovia mit steigenden Gewinnen“ und der Feststellung, dass die Wohnungswirtschaft zu den stabilsten Wirtschaftszweigen in der Corona-Krise gehört und die Mieten um 12 % gestiegen sind, sollte nur eine prozentuale Erhöhung der Löhne verhandelt werden.

  10. Es gibt seit gerade ein Ergebnis:
    1. eine Einmalzahlung von 600,-
    2. ab dem 01.01.21 1,2%
    3. Laufzeit bis zum 1.10.21

    mehr Infos zeitnah

    • Ich bin einfach nur enttäuscht. Was ist das für ein lächerlicher Abschluss? Wir buckeln uns den Hintern ab und bekommen einen lächerlichen Betrag. Die oberen heimsen sich dann die dicke Kohle ein. Ich werde nicht Danke Verdi sagen. Das habt ihr nämlich nicht verdient. Sorry…..

    • Also ich bin vom Arbeitgeberverband mehr als enttäuscht. Die aktuelle Corona Debatte zum Anlass zu nehmen, um eine tarifliche Erhöhung zu negieren finde ich beschämend. Gerade die Mitarbeiter der Wohnungswirtschaft haben ebenfalls in der Pandemiephase eine Bärendienst geleistet. dies wird aber nach außen rein gar nicht wahrgenommen geschweige honoriert. Auch sind die Mietausfälle in der Wohnungswirtschaft so gut wie nicht existent. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass auch dies in Zukunft nicht der Fall sein wird.

      Zu den Ergebnissen:
      1) wenn das die großzügige angepriesene Einmalzahlung ist, da kommt der Arbeitgeberverband vor lachen nicht in den Schlaf. In Vebridnung mit der Laufzeit hätte man den Betrag locker verdoppeln können. Gerade in Verbindung mit der Mehrwertsteuersenkung wäre es für die Unternehmen ein Klacks gewesen.
      2) Aufgrund der „üppigen“ 1mal Zahlung wäre eine knappe 2 vorm Komma wohl verdient gewesen.
      3) Bei dem mageren Angebot wäre eine Laufzeit bis zum 30.06.2021 ausreichend gewesen.

      Letztlich hat, aus meiner privaten Sicht, der Arbeitgeberverband die Mitarbeiter mal wieder übern Tisch gezogen. Schade, dass die Leistung der Mitarbeiter nicht ausreichend wahrgenommen wird und die Chance genommen worden ist, ein Zeichen pro Mitarbeiter zu setzen.

    • 600 € als Einmalzahlung. Wenn ich davon noch die Steuern und Beiträge abziehe, was bleibt dann übrig?

      1,2 % sind ein Witz. Die Wohnungswirtschaft macht Gewinne ohne Ende, die Oberen Herr-,Frau- und Diversschaften wirtschaften sich die Taschen voll. Die Arbeitgeberseite sollte sich was schämen, überhaupt so einen Betrag anzubieten. Da zeugt doch nur davon, dass da überhaupt kein soziales Gewissen da ist.

  11. Das ist doch nicht euer Ernst? Was bleibt denn am Ende von den lächerlichen 600€ übrig, wenn sie versteuert sind?
    Ich arbeite seit 16 Jahren in der Immowirtschaft und war immer tarifgebunden, aber an ein so ein beschämendes Ergebnis kann ich mich nicht erinnern.

      • Aber nur, wenn der AG nicht schon freiwillig eine Coronazahlung geleistet hat. In diesen Unternehmen haben die MA genau gar nichts von einer tariflichen Sonderzahlung im Rahmen des Corona-Steuergesetzes.

        • Falls das Unternehmen die 1.500€ die möglich sind ausgereizt hat, ja. In den meisten Unternehmen dürfte das allerdings nicht der Fall sein.

        • richtig! Der wurde nämlich bei vielen Unternehmen als Dank für den Einsatz der Mitarbeiter während dem Lockdown bereits ausgeschüttet.

  12. Interessant wäre es ja jetzt zu erfahren, wie viele von denen, die sich jetzt schon über das noch nicht offiziel veröffentlichte Tarifergebnis beschweren, Gewerkschaftsmitglieder sind und bereit gewesen wären die ver.di Tarifkommission bei ihren Verhandlungen mit den Arbeitgebern, beispielsweise mit Aktionen im Betrieb für den Tarifvertrag und ein gutes Tarifergebnis zu unterstützen?

    Und was hättet ihr in diesem Jahr wohl von euren Arbeitgebern bekommen, wenn keine Gewerkschaft für euch verhandelt hätte?

  13. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

    der hier gestern veröffentliche „Tarifabschluss“ ist ein vorläufiges Tarifergebnis. Keine der beteilgten Tarifkommissionen hat diesem Ergebnis bisher zugestimmt.

    Ein offizielles Tarifinfo der Gewerkschaften zum aktuellen Verhandlungsstand wird so bald wie möglich veröffentlicht.

  14. Moin,
    vorbehaltlich der Erklärungsfrist müssen wir mit dem Ergebnis leben. Wie ist die Empfehlung des AGV zu verstehen, dass Unternehmen, die es sich wirtschaftlich leisten können bis zu 1500 EUR. Erhöhen sollen? Gibts da eine Mitwirkung des BR?
    Zum Thema die da oben stecken sich die Kohle ein muss ich sagen, dass sich bei uns auch die Vorstandsvergütungen faktorisch am Tarif orientieren.
    Die 1,2 ab Januar lohnen ja kaum das Umstellen der EDV. Das finde ich enttäuschend und bedeutet Reallohnverlust.
    Trotzdem Respekt für die Verhandlungsteams, das war wohl die schwerste Runde seit 50 Jahren.
    Gruß Frank

  15. Ich frag mich halt, wie man mit Abschlüssen zu den kolportieren Zahlen neue Mitglieder*innen gewinnen möchte. Das ist meines Erachtens schwach.

    Die Einmalzahlung hilft, sofern wirklich brutto für netto, wenigstens den Familien, die gerade wirklich sofort Hilfe brauchen.

    Wenn es gestern eine vorbehaltliche Einigung gab, verstehe ich nicht, weshalb es heute noch keine PM von verdi gibt. 2020 kommuniziert man schnell, direkt und aktiv…

    • Ein offener Punkt ist natürlich auch, ob etwas für den Abschluss geopfert wurde?! Nicht das man am Ende noch das Weihnachtsgeld eingefroren hat oder Urlaubsgeld gekürzt.

      Auch hier wäre einfach transparentere und schnellere Kommunikation seitens verdi wünschenswert.

      Bitte arbeitet daran. Dann ist auch die Wahrnehmung eine andere.

      • Die Verhandlungskommission hatte und hat große Bauchschmerzen mit dem Ergebnis. Aber insgesamt hatten wir das Gefühl, dass wir das Bestmögliche erreicht haben.

        Zur Mitglieder*innen Gewinnung kann ich nur sagen, wer in den letzen beiden Tarifrunden nicht gemerkt hat, dass die Lohnerhöhungen nicht vom Himmel fallen, sondern dass sie eine starke gewerkschaftliche Gemeinschaft brauchen, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Da muss ich leider sagen, dass ich als BTK-Mitglied das Schulter klopfen und klatschen toll finde, aber eine Unterschrift unter eine Beitrittserklärung uns sehr viel mehr helfen würde!

        Das Thema Kommunikation müssen wir bis zur nächsten Tarifrunde in der BTK nochmal besprechen und verbessern. Ich gebe dir Recht, dass wir da (teilweise) schneller werden müssen und vor uns auch noch breiter aufstellen müssen. Wenn du Vorschläge hast wie wir es verbessern können, bitte ich dich diese uns (über deinen Gewerkschaftssekretär oder die Admins hier) zukommen zu lassen.

        Die offizielle PM konnte es leider noch nicht geben, weil erst die BTKen von IG BAU und Ver.di zustimmen müssen. Coronabedingt konnten wir leider nicht in der großen Runde zusammen sein und eine Video- oder Telefonkonferenz kommt erst nächste Woche zustande. (Auch da müssen wir besser werden)

        Zu Guter letzt noch, es wurde nichts für den Abschluss geopfert!

  16. Wo bleibt endlich eine Regelung bzgl. Jobrad? Viele haben es nur verdi bockt!meine Kumpels lachen mich schon aus!!

    Auch sollte der manteltarif endlich mal aktualisiert werden! Gleitzeitregelubgen, home office etc. Im Südwesten hat der Tarifvertrag deutlich an Attraktivität verloren!

    Die Sonderzahlung ist lächerlich. Gabs bei uns als Dank fürn einsatz beim lockdown. Ohne verdi!

  17. Sicherlich ist das Ergebnis kein Top-Ergebnis. Ich halte es jedoch in Anbetracht der Umstände durchaus für angemessen. Was ich unangemessen finde, ist wie hier die Gewerkschaften von so manchem angegangen werden. Der Organisationsgrad in der Wohnungswirtschaft ist vergleichsweise niedrig, im Endeffekt sollten insbesondere die nicht-Gewerkschaftsmitglieder, zu denen ich mich im übrigen auch zähle, froh sein, dass es überhaupt jemanden gibt der es macht. Sonst würde es für den einen oder anderen deutlich schlechter aussehen als es das jetzt tut.

    Zu den hier immer wieder vorgebrachten Argumenten möchte ich auch noch ein paar Worte sagen. Ich kann sicherlich nur für unser Verbandsgebiet und hier besonders für den kaufmännischen Bereich sprechen. Hier finde ich es ziemlich dreist eine signifikante Mehrbelastung durch Corona herbei zu reden. Gerade in der Corona-Hochzeit wurden die meisten Geschäftsstellen geschlossen und auf viele Emails hin kam die automatische Antwort, dass im Moment kein normaler Geschäftsbetrieb stattfindet. Zu dieser Zeit haben andere bei Aldi an der Kasse gesessen oder am Bankschalter gestanden.

    Und überhaupt sollte man die Arbeitsbedingungen in der Wohnungswirtschaft mal mit denen anderer Dienstleistungsunternehmen vergleichen. Die Arbeitszeiten sind oft deutlich besser, die Arbeitsbedingungen auch. Im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen, bspw. Bankkaufleuten oder Kaufleuten für Bürokommunikation wird in der Wohnungswirtschaft auch recht gut bezahlt. Hat man studiert, liegt die Wohnungswirtschaft sicherlich nur im Mittelfeld, bietet aber auch eine Jobsicherheit, die es anderswo nicht gibt. In meinem Umfeld zeigte sich jeder, der nicht in der Wowi beschäftigt ist positiv überrascht, wenn ich Ihnen von dem aktuellen Ergebnis erzähle.

    Klar sollte deswegen jetzt kein „race to the bottom“ gestartet werden, aber schaut man mal über den Tellerrand, erscheinen manche Dinge doch gar nicht so schlecht, wie man denkt…

    Zu den Tariferhöhungen im Allgemeinen bin ich schon froh, wenn Sie die Inflation ausgleichen. Vergleicht man sich mal nicht mit der Industrie, in der die Gewerkschaften sehr stark sind, gibt es viele Angestellte in Deutschland, die froh über diesen regelmäßigen Ausgleich wären.
    Jede Erhöhung über der Inflation bedeutet im Endeffekt auch, dass die Mieten entsprechend stärker steigen müssen, weil irgendwo muss das Geld ja herkommen. Auch viele Genossenschaften bezahlen nach Tarifvertrag und die tun sich mit sowas verständlicherweise doch etwas schwerer. Der Innovationsfaktor in der Wohnungswirtschaft ist eben traditionell und durch die Sache bedingt eher gering.

    Klar wäre ein höherer Abschluss schön gewesen und bei der Sonderzahlung hätte ich mir auch tatsächlich noch 400 Euro mehr erhofft. Aber im Endeffekt ist es für mich ein akzeptables Ergebnis. Sollte sich die stabile Lage der Wohnungswirtschaft auch fortsetzen sobald die Auswirkungen der Krise voll durchschlagen (Insolvenzantragspflicht wieder gültig, Auslaufen der Kurzarbeit etc.) oder die zweite Welle überstanden ist, haben die Gewerkschafter für die nächste Verhandlungsrunde einige sehr gewichtige Argumente, um ein Ergebnis zu erzielen, dass dann vielleicht auch mal dieses schwächere ausgleicht.

  18. Sven, vielen Dank, da sind viele wahre Worte bei. „Jammern auf hohem Niveau“ trifft es. Weiterhin ist jeder für sich verantwortlich und kann durchaus Tätigkeiten eingehen, deren Entlohnung sich komfortabler darstellt. An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass TVÖD VKA längst nicht das Niveau der Wohnungswirtschaft erreicht.

    Bin gespannt auf den Volltext – Verhandlung auf 1.500 EUR klingt sympathisch. Aber nochmal, wer ist verantwortlich, wer nimmt das in die Hand oder gibt’s objektive Parameter?

    Ansonsten noch der Hinweis, dass hier jeder mitlesen kann, auch der AGV…taktisch nicht ganz clever. Der AGV hat einen „Mitgliederbereich“.

    Danke an alle Beteigten und danke für alle Wortmeldungen – wenn auch zäh, hat es mir die letzten Monaten geholfen verschiedene Meinungen zu lesen.

  19. Hab gerade eine Schreiben vom Arbeitgeberverband gelesen, dass es einen Tarifabschluss gibt und das wirklich mit diesen lächerlichen Konditionen.
    Die Erhöhung von 1,2% soll auch erst ab 01.01.2021 stattfinden. Nach den Steuern usw wird hier nicht mehr viel Übrig bleiben.
    Sehr Schade

    Ich finde es auch sehr Schade, dass hier die Informationen so langsam fließen.

    • Hallo Christoph,
      das AGV Schreiben habe ich Freitag auch gesehen. Es gibt aber nach meinem Verständnis noch kein verbindliches Ergebnis. Es ist die Erklärungsfrist abzuwarten.
      Mich würde interessieren, wie wer bestimmt, wie verbindlich die Erhöhungsempfehlung ist und was die Bilanz ausweisen soll, um zu erhöhen.
      Auch ist das Problem derjenigen nicht gelöst (jedenfalls nichts bekannt), wie in den Fällen verfahren werden soll, in denen Arbeitgeber schon eine „Coronaprämie“ bezahlt haben.
      Gruß Frank

      • Hoffen wir mal, dass die Erklärungsfrist nicht einfach abgewartet wird.
        So einen Vorschlag darf einfach nicht zugestimmt werden!

  20. Wenn tatsächlich das vorläufige Ergebnis Einmalzahlung (mind. 600 EUR steuerfrei) und 1,2 % Erhöhung bestätigt wird, dann frage ich mich, wie soll das mit der steuerfreien Einmalzahlung bei den Fällen geregelt werden, bei denen der Arbeitgeber bereits jetzt schon eine steuerfreie Coronaprämie geleistet hat.
    Ist einmal eine steuerfreie Prämie(egal in welcher Höhe) bezahlt worden, kann der Coronabonus nicht mehr verwendet werden. Folge dessen würden dann diejenigen, die eine Zahlung bereits erhalten haben, in die Lage versetzt, dass sie die „eigentlich“ steuerfreie Einmalzahlung versteuert müssen. Reden wir dann noch von Gleichbehandlung ?? Bei einem Betrag i. H. v. 600,– EUR bleibt von der Einmalzahlung, die für den Zeitraum eines halben Jahres (07 bis 12/2020) gezahlt würde, nicht mehr viel übrig.
    Das laut dem AGV erzielte Verhandlungsergebnis setzt die Höhe der bedingt steuerfreien Einmalzahlung recht niedrig an (mindestens 600 EUR), obwohl ein Betrag von 1.500 EUR möglich wäre. Meiner Meinung nach ist nicht damit zu rechnen, dass viel mehr als die 600 EUR bezahlt werden. Über die Erhöhung von 1,2 % (ab 01.01.21 bis 31.10.21) möchte ich mich lieber nicht äußern, denn das ist wirklich schon beleidigend.

    Im Juli las ich in einem Text des AGV „heute wissen wir nicht ansatzweise, was uns der Herbst und der Winter oder gar das nächste Jahr bringt“. Dazu kann ich nur sagen, dass wir nie wissen, was die Zukunft bringt, ob nun mit oder ohne Corona. Und obwohl wir auch in der Vergangenheit nie in die Zukunft sehen konnten, war es kein Hindernis für die Verhandlungsparteien realistische und sachliche Tarifverhandlungen mit angemessenen Ergebnissen zu erzielen. Des weiteren wurde von Seiten des AGV die Einmalzahlung als „hochattraktiv“ bezeichnet – ?? lassen wir das einfach mal so stehen.
    Da laut AGV mit der Tariferhöhung die „Inflationsrate moderat ausgeglichen“ werden soll, kann ich nur sagen, dass angesichts einer Prognose für 2021 v. 1,3 % , von Ausgleich und moderat nicht mehr die Rede sein kann.

  21. Sollte die Gewerkschaft diesem Verhandlungsergebnis nach Ablauf der Erklärungsfrist ohne weiteres Verhandeln zustimmen, so habe ich leider den Glauben an die Gewerkschaft verloren und sehe mich veranlasst daraus meine Konsequenzen zu ziehen.
    Kein Ergebnis wäre nicht so beschämend wie diese Art der Augenwischerei.

    • Allerdings! Beim letzten Mal war in der offiziellen Tarif-Info Werbung zum Eintritt mit dabei, das sollte man sich diesmal lieber sparen. Die Mitgliederzahl ist ohnehin nicht besonders gut, aber dieses Ergebnis wird eher dazu beitragen, dass es weniger wird, was natürlich schade und schlecht ist, trotzdem absolut nachvollziehbar. Die Enttäuschung ist hier beim Lesen regelrecht greifbar, ein tatsächlich beschämendes Ergebnis, wollen wir uns mal an die aufgestellte Forderung vor Corona erinnern und vergleichen?

  22. Offenbar glauben hier immer noch ein paar People, dass Tarifverträge vom Himmel fallen und dass eine Gewerkschaft ohne organisierte Mitglieder im Rücken gute Tarifabschlüsse zu liefern hat.

    Allen die noch nicht begriffen haben, dass es so leider (oder zum Glück) nicht läuft möchte ich diese Powerpoint nahe legen: http://wowi-vernetzt.de/2020/08/der-weg-zum-erfolgreichen-tarifabschluss/

    Ab gesehen davon kann man über diesen Tarifabschluss (wenn er denn so kommt) und den Tarifvertrag der Immobilienwirtschaft sagen was man will, aber Fakt ist doch, dass so gut wie keiner von uns hierfür bisher einen Finger krumm gemacht hat und trotzdem arbeiten wir nur 37 h und haben 30 Tage Urlaub im Jahr. Dafür sind die meisten von uns noch nicht Mal in die Gewerkschaft eingetreten und haben geschweige denn Mal streiken müssen. Wir bekommen diesen Tarifvertrag und seine Abschlüsse seit Jahren geschenkt und trotzdem meckern wir.

    Mich würde interessieren, was ihr meint, was aus eurer Sicht hätte passieren müssen, damit dieser Abschluss besser ausfällt?

    Und mich würde ebenfalls interessieren, was ihr glaubt, wie eure Arbeitsbedingungen heute aussähen, wenn für euch kein Tarifvertrag gelten würde? Fragt Mal die Kollegen bei Vonovia, die können euch ein Lied davon singen.

    Wenn ihr weiter meckert, aus der Gewerkschaft aus- oder gar nicht erst eintretet, können wir unseren Tarifvertrag demnächst zu Grabe tragen.

    Deshalb mein Appell an alle Beschäftigten in der Immobilienwirtschaft: Hört auf zu meckern und zu lamentieren, organisiert euch und tut entlich was für EUREN Tarifvertrag!

  23. Ja,bis zu diesem Punkt haben alle hier Motzenden Recht: Ein beschämendes Ergebnis.
    So sehen Tarifergebnisse eben aus, wenn man wenig mächtig ist, weil wenig sich in der Branche zu Mitgliedschaften und noch weniger zu Aktivität entschließen. Das die Arbeirgber die Corona-Krise ausnutzen konnte, ist tatsächlich dumm gelaufen, dass die Krise deren Verhandlungsposition auch noch gestärkt hat
    Wenn wir im Tarifkonflikt soviel Aktive wie hier Motzer über ver.di gehabt hätten, hätten wir sicher was reißen können. Bei einem bin ich deshalb entspannt:
    Bei denen, die hier motzen wird es schon keine Austritte geben. Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen: Die wenigsten von denen sind Mitglied und haben in der Tarifrunde einen Scheiß für eine Erhöhung getan und erklären zb mir aktivem ver.di-Mitglied, wie ich es besser für sie hätte machen können.
    ich könnt denen vor die Füße….
    Heulen aufhören, Hose wieder hoch ziehen, Denken anfangen und evtl die Größe mitbringen zu erkennnen, dass das beschämende Ergebnis vor allem was mit den den nicht handelnden Menschen zu tun hat, die es dann zt wirklich wagen, den handelnden Menschen Vorwürfe zu machen.

    Ich finde, wer hier Kritik an ver.di übt, sollte erst mal die Hose runter lassen und erklären, was er/sie -außer Motzen hier- für ein gutes Ergebnis getan hat.
    Ich wette die meisten Kritiker/innen hier müssten dann schweigen

    • Also ich bin seit ich in dieser Branche arbeite in der Gewerkschaft.
      und was sollten wir machen?
      Streiken können wir nicht dieser müsste von der Gewerkschaft ausgerufen werden oder?
      Solange ich dabei bin war das noch nie der Fall und leider ist dass das Einzigste Druckmittel oder sehe ich das falsch.

      • Ich bin ebenfalls seit 25 Jahren MItglied in der Gewerkschaft, weil ich weiß, dass meine Arbeitsbedingungen ohne Tarifvertrag wesentlich schlechter aussehen würden.

        Ich weiß, dass wenn die Gewerkschaft in der Vergangenheit zu Aktionen im Rahmen von Tarifverhandlungen in der Immobilienwirtschaft aufgerufen hat, sich daran immer nur eine Hand voll Leuten beteiligt haben.

        Und ich weiß nicht wie es in deinem Betrieb aussieht Christoph, aber bei uns würden sich max. 10 % der Beschäftigten an Aktionen für den Tarifvertrag beteiligen und davon vielleicht die Hälfte an einem Streik, von daher würden sich die Gewerkschaften doch ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie zu einem Streik aufrufen würden, an dem am Ende niemand teilnimmt.

        Selbst zu Betriebsversammlungen kommen höchstens 50% der Beschäftigten.

        Wenn jeder Einzelne bereit wäre Verantwortung für sich und seine Arbeitsbedingungen und damit für den Erhalt des Tarifvertrages zu übernehmen und in die Gewerkschaft eintreten würde, dann könnten wir in der Immobilienwirtschaft richtig was rocken. Es gibt kaum eine Branche der es wirtschaftlich so gut geht, aber mein Eindruck ist, dass die Beschäftigten einfach zu träge sind oder einfach nie gelernt haben sich für ihre Interessen einzusetzen. Viele haben wahnsinnige Ansprüche (mit welchem Recht auch immer), sind aber nicht bereit auch nur einen Finger dafür krumm zu machen. Sie schimpfen lieber auf die, die ihre Ansprüche nicht 1zu1 durchsetzen konnten.

    • Aus dem Grund ist schon lange mein Spruch den ich als BRV, jedem um die Ohren haue.

      „Es wäre mehr drin gewesen, wenn mehr drin gewesen wären“

      Mein Dank an Alle die sich einsetzen und an die vielen Unbekannten aus der Vergangenheit die für die sozialen Errungenschaften gekämpft und gelitten haben.
      Bedauerlicherweise dürfen wir diese Errungenschaften nicht nur Mitgliedern zukommen lassen. Aber es kann einem schon sauer machen wenn, gerade Nichtorganisierte sich beschweren oder über Organisierte lustig machen

  24. Liebe Leute, es geht hier doch nicht um Meckern und Nörgeln. Es geht um Kritik an der Sache und hier ist nicht nur die Gewerkschaft, sondern vor allem der AGV unter die Lupe genommen worden. Ist es jetzt schon verwerflich, wenn man Kritik übt ?? Ich bin jetzt seit 32 Jahren Mitglied in der Gewerkschaft und deshalb frage ich hier ganz offen: Muss die Gewerkschaft jeden hingeworfenen Knochen annehmen. Nein, denn das Angebot bzw. das vorläufige Ergebnis stellt in meinen Augen eine Leistung dar, mit der man lediglich versucht die Arbeitnehmer ruhig zu stellen. Gemäß dem Motto „wir haben doch was getan“, also sollen die Leute gefälligst dankbar dafür sein und den Mund halten. ABER das sind Almosen und ich persönlich fühle mich hinters Licht geführt (um es mal nicht gar so direkt auszudrücken) von der Wertschätzung mal ganz abgesehen.
    Und wenn wir noch einmal kurz auf das Thema Gewerkschaft eingehen wollen, so muss ich ganz ehrlich sagen, dass es nicht immer auf Quantität, sondern manchmal auch auf Qualität, Einsatzbereitschaft und Idealismus ankommt. Es bedarf nicht immer einer Horde von Menschen um Großes zu bewirken. Nicht immer ist Streik das letzte Mittel um etwas zu erreichen. Überzeugungskraft und eine ausgefeilte Argumentation führt zuweilen auch zum Ziel.

    • Überzeugungskraft und ausgefeilte Argumentation führt in Vertragsverhandlungen zum Ziel? Nicht in meiner Welt! Hier geht es um Mächtigkeit und nicht um Argumente, denn die Argumente sind alle auf unserer (Gewerkschaftsseite) Seite.

      Und doch, Streik ist das letzte Mittel von Gewerkschaften Druck auszuüben und Forderungen durchzusetzen, aber wie gesagt, das letzte Mittel, vorher kann vieles anderes in den Betrieben passieren, aber es passiert nicht. An Einsatzbereitschaft, Qualität und Idealismus mangelt es den Gewerkschaftssekretärinnen und Sekretären, die ich bisher kennen lernen durfte nicht, eher an Unterstützung durch die Beschäftigten in den Betrieben.

      Folgenden Artikel möchte ich gerne mit euch teilen und gerne vorab daraus zitieren:
      „Die rückläufige Entwicklung der Mitgliederzahlen in den Gewerkschaften schadet allen Arbeitnehmern, die nach Tarif bezahlt werden.“

      https://www.iwd.de/artikel/viel-gefuehl-wenig-einsatz-414701/

      • Interessanter Artikel, danke.

        Hat schon jemand darüber nachgedacht / gesprochen, dass evtl. der Beitrag viel zu hoch ist? 1% vom Brutto bedeutet bei sagenwirmal 5000€ Monatsgehalt 50€ (aus dem Netto allerdings!) – das ist nicht gerade billig. Das ist grob übersetzt ein Sky-Abo, plus Netflix und DAZN. Ok, Scherz beiseite, aber wenn ich lese, dass speziell die jungen Leute nicht dabei sind, wird das Thema Geld (Beitrag) bei vielen (so denke ich zumindest) ein Kriterium sein. Man stelle sich doch mal vor, man halbiere den Beitrag und verdopple die Mitgliederzahl, rein mathematisch kommt das selbe bei rum, aber die Position ändert sich vielleicht?

        • Moin, moin
          Wer verdient denn in Wohnungswirtschaft 5000 brutto? Das wäre Gruppe VI. Ist das realistisch? Bei uns bin ich froh über jede Stelle, bei der Gruppe IV erreicht wird.
          Wenn bei Euch durchschnittlich 5000 bezahlt werden, gib mir Bescheid, wenn ihr Einstellungen vornehmt.

        • Hallo Jürgen,
          richtig, der monatliche Gewerkschaftsbeitrag beträgt für Arbeitnehmer*innen 1% vom Bruttolohn. Dieser funktioniert nach dem sogenannten Solidaritätsprinzip, d.h. ein Auszubildender mit einem Azubigehalt in Höhe von 450 € brutto im Monat zahlt einen Gewerkschaftsbeitrag von 4,50 €, ein Bankangestellter mit einenm Bruttogehalt von sagen wir Mal 10000 € im Monat zahlt einen Gewerkschaftsbeitrag in Höhe von 100 €. Beide bekommen für ihren Beitrag die gleichen Leistungen, d.h. kostenlosen Arbeits- und Sozialrechtsschutz, Rechtsberatung, Zeugnisberatung, kostenlose Weiterbildungsangebote, Streikgeld (wenn gestreikt wird), den Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Tarifvertrag (wenn ein Tarifvertrag gilt), Lohnsteuerberatung, über den Mitgliederservice zahlreiche Vergünstigungen u.v.m.. Der Gewerkschaftsbeitrag in Höhe von 1% ist notwendig um alle diese Leistungen anbieten und auch finanzieren zu können. Rentner*innen, Erwerbslose, Menschen in Elternzeit, Bezieher*innen von Krankengeld u.s.w. zahlen im Übrigen einen wesentlich geringeren Beitrag.

  25. Dann freue ich mich auf deine Bewerbung zur Wahl in die nächste BTK!

    Diese BTK hat weder den „hingeworfenen Knochen“ aufgenommen, noch mangelte es an Qualität, Einsatzbereitschaft und Idealismus!

    Deine Aussagen zum „Corona-Bonus“ sind so auch nicht zutreffend.Es ist sehr wohl möglich mehrere Bonus-Zahlungen bis zur Höhe von 1.500 € zu leisten.

  26. Der Tarifabschluss 2020 steht fest – wie ich von der Arbeitgeberseite erfahren habe, einigten sich die Tarifparteien – bereits vor Ablauf der Erklärungsfrist !!- auf das Verhandlungsergebnis vom 13.08.2020. Ich bin gespannt wann die Gewerkschaft diesbezüglich eine Information herausgibt. Oder hat jemand von euch bereits Informationen von der Gewerkschaft vorliegen ??

    • Das Tarifinfo der Gewerkschaften ist in Arbeit und wird in Kürze veröffentlicht. Ich verstehe den Unmut darüber, dass es hier so lange dauert. Allerdings braucht ein vorläufiges Tarifergebnis die Zustimmung aller BTKen (ver.di, IG BAU, AGV), dafür müssen die BTKen dann jeweils auch erstmal beschlussfähig sein und das dauert leider manchmal ein bisschen.

  27. Ich verfolge seit Wochen die Diskussion sehr aufmerksam und sehr gespannt. Erst einmal muss ich sagen, dass ich die „Angriffe“ auf die Gewerkschaft nicht ganz nachvollziehen kann. Wenn das mit den rückläufigen Mitgliederzahlen so weitergeht, gibt es irgendwann gar keine Argumente mehr für die Gewerkschaftler gegenüber dem Arbeitgeberverband. Die Corona-Krise hat dann zumindest dieses Jahr noch den Rest dazu gegeben.

    Wenn es jetzt tatsächlich eine Einmalzahlung in Höhe von 600,00€ ( Steuerfrei ) gibt, so, wie man das hier liest und eine Erhöhung ab dem 01.01.2021 von 1,2% mit einer Laufzeit bis Mitte 2021, kann man den Umständen entsprechend eigentlich zufrieden sein.

    Ich bin defintiv gespannt und Danke für den Einsatz!

    • Hallo Christoph,

      also alles auf Cornona zu schieben ist denke ich nicht in Ordnung. Dieses Thema wird jetzt leider sehr viel als Ausrede verwendet. Ich denke, dass es der Immobilienbranche sehr gut geht und wir in unseren Unternehmen haben nicht mehr oder weniger Einbusen als auch zuvor.

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