12 Gedanken zu „[MTV/Tarifinfo Nr. 1] Tarifverhandlungen unter schwierigen Voraussetzungen“

  1. Die Verdi ist echt total überholt! Die Mitarbeiter wollen jobrad u die altbackenen Gutmenschen der verdi blockieren weiter……gibt’s doch langsam echt nicht mehr!

    1. Lieber Stefan, im Rahmen der Tarifrunde 2021 waren alle Beschäftigten (nicht nur die Gewerkschaftsmitglieder) in der Wohnungswirtschaft aufgefordert, sich an einer Onlineumfrage zu den Tarifforderungen zu beteiligen. Dieser Aufforderung sind rund 1366 Beschäftigte nach gekommen. Nur 166 von den Teilnehmenden haben sich für eine Jobrad Regelung ausgesprochen. Wesentlich wichtiger war den Befragten, mehr Gehalt, eine Erhöhung der Sonderzahlungen, mehr Urlaub, mehr Freizeit, eine Altersteilzeitregelung, die Möglichkeit Mobil arbeiten zu können etc.. Aus diesem Grund kümmern wir uns um diese Fragen zuerst. Darüber hinaus erlaube ich mir noch den Hinweis, dass dank des Tarifvertrags, den ver.di und die IG BAU für ihre MITGLIEDER abschliessen, die Menschen die noch unter diesen Tarifvertrag fallen, regelmässig Gehaltserhöhungen bekommen, 30 Tage Urlaub in Jahr haben, 37 h in der Woche arbeiten und Weihnachts- sowie Urlaubsgeld erhalten. Solltest du noch Fragen haben, stehe ich gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

  2. Ich bin doch sehr überrascht, dass die in der ersten Verhandlungsrunde genannten Punkte keine der aktuellen Inflation angepasste Gehaltsrunde enthalten. Was nützen mir Umwandlungen von Geld in Freizeit und Zeitwertkonto, wenn ich am Ende des Tages meine Brötchen nicht mehr bezahlen kann. Die letzten Tarifabschlüsse haben sich alle unter der Inflationsrate bewegt, sollen wir zukünftig wieder nur mit einem minimalen Erhöhungsbetrag abgespeist werden? Der Immobilienbranche geht es so gut wie seit langem nicht, die Arbeitsanforderungen steigen von Jahr zu Jahr. Der Mehrwert landet nicht ansatzweise in unserer Tasche.

    1. Lieber Heiko, diese Info bezieht sich auf die derzeitig stattfindenden Verhandlungen über den Manteltarifvertrag. Die nächste Vergütungsrunde steht 2023 an. Und du hast Recht, hier muss dringend etwas für die Beschäftigten in der Wohnungswirtschaft rum kommen. Wie gut ein Tarifergebnis wird, ist allerdings abhängig von den Beschäftigten in den Betrieben, denn den Druck auf die AG, den wir brauchen, um ein gutes Tarifergebnis durchzusetzen, können wir nur in den Betrieben mit den Beschäftigten aufbauen! Höchste Zeit, dass sich die Beschäftigten für ihren Tarifvertrag und eine erfolgreiche Tarifrunde 2023 organisieren!

  3. Hallo Katja, was meinst Du damit, wenn Du sagst, dass es
    höchste Zeit, dass sich die Beschäftigten für ihren Tarifvertrag und eine erfolgreiche Tarifrunde 2023 organisieren!
    LG Marco

    1. Hallo Marco,
      gute Tarifergebnisse können Gewerkschaften nur erzielen, wenn die Beschäftigten das wollen und bereit sind, sich dafür auch in der Gewerkschaft zu organisieren, d.h. Gewerkschaftsmitglied werden. Denn nur mit einer gut organisierten Belegschaft im Rücken, können wir in Tarifverhandlungen den nötigen Druck aufbauen, um gute Tarifergebnisse durchzusetzen. Gewerkschaften verhandeln Tarifverträge nur für Gewerkschaftsmitglieder und die erste Frage der Arbeitgeber bei Tarifverhandlungen ist „Für wieviele Mitglieder verhandeln Sie denn?“. Und du kannst dir sicher vorstellen, dass ein Organisiationsgrad von 90 % einen anderen Eindruck auf die Arbeitgeber macht, als ein Organisationsgrad von 10 %. Ich hoffe, diese Antwort hilft dir weiter?! Falls nicht, melde dich gerne nochmal.

      1. Liebe Katja, ich selbst war über 20 Jahre Betriebsobmann einer Wohnungsgenossenschaft! Leider sind die „Offiziellen“, aber auch die „Kleinen Gewerkschaftssekretäre“ nie in der Lage gewesen, die Belange der Beschäftigten zu erkennen. Mittlerweile sind wir einkommensmässig (vor allem die gewerblichen Mitarbeiter) vom Rest der Durchschnittsverdiener abgehängt worden, dass es kaum noch Bewerber gibt. Wann kümmert man sich endlich um vernünftige Löhne und Gehälter? Dann gibt es auch mehr Organisierte!!! Das kostet!!!!

        1. Lieber Klaus, der aktuelle Vergütungstarifvertrag läuft noch bis zum 31.12.2023. Die Forderungsfindung beginnt frühestens Mitte des kommenden Jahres. Wie die Forderung aussehen soll, wird im Vorfeld mindestens mit unseren ver.di Mitgliedern (für diese verhandeln wir ja den Tarifvertrag) in den WoWi Betrieben diskutiert. Vielleicht wird es auch wieder eine Beschäftigtenbefragung geben, das kann ich aber derzeit noch nicht sagen. Ob und in welcher Höhe die Arbeitgeber dann bereit sind auf unsere Forderungen einzugehen, hängt nach wie vor davon ab, wie viele Mitglieder hinter dieser Forderung stehen und gegebenenfalls bereit sind Druck auszuüben. In der Metallindustrie wurde gerade ein aus meiner Sicht ziemlich guter Tarifabschluss mit den Arbeitgebern erzielt. Warum? Weil sehr viele Beschäftigte in der Branche in der IG Metall organisiert sind und die Arbeitgeber unbedingt einen Streik verhindern wollten. Von solchen Voraussetzungen sind wir in der WoWi leider immer noch weit entfernt. Und deshalb muss ich es noch einmal sagen: Tarifverträge fallen leider nicht einfach vom Himmel, sondern sind davon abhängig, wie viele Beschäftigte aus einer Branche dahinter stehen und bereit sind im Zweifel Druck auf die Arbeitgeber auszuüben.

  4. Hallo liebe VERDI-Leute,
    wenn Ihr Euch mehr Mitglieder wünscht, was ich durchaus verstehen kann, dann solltet ihr auch über die Mitgliedsbeiträge nachdenken. Ich finde 1% vom Brutto ganz schön happig und kenne viele Kollegen, die das auch so sehen. Niedrigere Beiträge würde den einen oder anderen vielleicht in die Gewerkschaft bringen, so auch mich.

  5. Schön das ihr wieder aktiv für uns seid. Allerdings sollte man jetzt nicht so viel wert auf möglichst viele Zusagen legen. Wichtiger wäre es wenn bei den Gehaltserhöhungen mehr raus kommt als in den letzten Jahren. Mehr Freizeit durch Lohnumwandlung oder Jobrad etc. alles tolle Punkte, aber bei den steigenden kosten die weiterhin auf und alle zukommen, wär eine deutliche Gehaltserhöhung viel wichtiger. Schon die letzten Abschlüsse waren enttäuschend. Da hat man sich einreden lassen, dass Corona die ImmoWirtschaft stark geschädigt hat.

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