Archiv der Kategorie: TV WoWi

Tarifabschluss in der Wohnungswirtschaft

„Besondere Zeiten -schwierige Verhandlungen“

Nach langen und äußerst komplizierten Verhandlungen haben sich die Tarifvertragsparteien am 13. August 2020 auf einen gemeinsamen Kompromiss verständigt. Alle Verhandlungsrunden standen unter dem Eindruck der Corona Pandemie und den daraus zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen. Ziel war es ebenfalls eine möglichst kurze Laufzeit mit einer prozentualen Erhöhung zu vereinbaren.

Der Kompromiss im Einzelnen:

  1. Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen erhalten mit der Vergütung im Monat Oktober 2020 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn aufgrund der Mehrbelastungen in der Coronakrise eine Unterstützung gemäß § 3 Nr. 11a Einkommensteuergesetz (EStG) von mindestens 600,00 Euro.
  2. Teilzeitbeschäftigte haben Anspruch im Verhältnis ihrer einzelvertraglichen Arbeitszeit zur tariflichen Arbeitszeit. § 8 Abs. 6 MTV findet für den Zeitraum vom 01.03.2020 bis31.12.2020 entsprechende Anwendung.
  3. Auf anderer Rechtsgrundlage (z.B. Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung) gezahlte oder vereinbarte Leistungen i.S.d. § 3 Nr. 11a EStG werden auf diesen Betrag angerechnet, sofern die Summe der Zahlungen 1.500,00 Euro überschreitet.
  4. Die Unterstützung für Auszubildende beträgt unter Berücksichtigung der Maßgaben der Nr. 1 mindestens 300,00 Euro.
  5. Arbeitgeberverband und Gewerkschaften empfehlen den Unternehmen eine Erhöhung der Beträge in Nr. 1 und 4 bis max. 1.500,00 Euro, soweit dies nach der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens leistbar ist.
  6. § 1 des Tarifvertrages zur Beschäftigungssicherung und -förderung in der Wohnungs-und Immobilienwirtschaft findet im Hinblick auf die Unterstützungen nach Nr. 1 und 4 keine Anwendung.
  7. Die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen werden ab dem 01.01.2021 um 1,2 % (aufgerundet jeweils auf volle 10,00 €) angehoben. Laufzeit bis zum 31.10.2021
  8. Es wird eine Erklärungsfrist für beide Seiten von zwei Wochen vereinbart.

Beide Tarifkommissionen haben den Kompromiss breit diskutiert und gemeinsam zugestimmt.

Wir empfehlen den Betriebsräten mit der jeweiligen Geschäftsleitung in Verhandlung zu treten und eine zusätzliche Betriebsvereinbarung „Corona-Bonuszahlungen“ abzuschließen. Solltet ihr dabei unsere Unterstützung benötigen, Fragen haben und/oder einfach Feedback geben wollen, wendet euch bitte an eine der folgenden Mailadressen:

  • für die IG Bau: bundesvorstand.vbiv@igbau.de
  • für ver.di: fb13@verdi.d

Update III, bisher kein Ergebnis

Soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter*innen?

Anerkennung der außergewöhnlichen Leistung der Mitarbeiter*innen? Alles nicht vorhanden.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

am 1. Juli 2020 fand – online – die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Immobilienwirtschaft statt. Wie zu erwarten war, wollen die Arbeitgeber nicht von ihrer Haltung abrücken, als Gewinner aus der Krise hervorzugehen.

Mussten zu Beginn dieser Tarifrunde die globalen Auswirkungen der Pandemie herhalten, wird jetzt immer deutlicher, dass es nur um einen politischen Willen des Arbeitgeberverbandes (AGV) geht, nicht in der Krise als Erster „einzuknicken“ und eine adäquate prozentuale Entgelterhöhung zuzulassen.

Der Ausgleich der Inflationsrate soll für 18 Monate reichen, begründet mit der (befristeten) Absenkung der Mehrwertsteuer, der momentanen Inflationsrate und sicheren Arbeitsplätzen.

Diese Arbeitsplätze werden seit Jahren mit zurückhaltenden Tarifrunden und einem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung von den Arbeitnehmer*innen querfinanziert.

Angeblich ist eine prozentuale Entgelterhöhung ein „ungedeckter Scheck auf die Zukunft“!!! Das erklärt ein Verband, dessen Mitglieder sehr langfristige Investitionen tätigen und diese, auch und gerade in Zeiten von Corona, kaum merklich zurückgefahren werden. Umso unverständlicher wird es dann, wenn allen Beteiligten klar wird, dass Tarifverträge immer für die Zukunft abgeschlossen werden.

Zur Luftnummer wird die „Zukunftsdiskussion“ des AGV spätestens dann, wenn er mit einer steuer- und sozialabgabenfreien Prämie winkt. Diese ist weder nachhaltig für die Mitarbeiter*innen, noch schafft sie Sicherheit.

—>Das Flugblatt zum Verteilen findet ihr hier<—

Update II: Tarifverhandlung ohne Ergebnis vertagt!

Auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen zum Entgelttarifvertrag der Immobilienwirtschaft gab es am 25. Juni 2020 kein Ergebnis.


Diese Tarifverhandlung fand, aufgrund der aktuellen Situation, ebenfalls wieder online statt.


Die Verweigerung der Arbeitgeber, eine prozentuale Entgelterhöhung zu verhandeln, bringt die Verhandlung an den Rand des Scheiterns. Sie wollen lieber die Gunst der Stunde nutzen und eine geringe Einmalzahlung im Rahmen der Corona-Bonus-Zahlungen verhandeln.


Die Verhandlungskommissionen der IG BAU und ver.di haben ihnen mehrere Kompromisslinien aufgezeigt, welche sie sich komplett verweigern. So besteht u.a. die Möglichkeit für Betriebe in finanzieller Schieflage, den Beschäftigungssicherungstarifvertrag zur Anwendung zu bringen. Sie verweisen immer auf mögliche Risiken der (Corona)Zukunft und sehen sich deswegen außerstande, ein anderes Angebot zu machen. Dies ist umso unverständlicher, da sie selbst über ihren politischen Spitzenverband vorsichtige positive Stimmung verbreiten und alle wirtschaftlichen Rahmendaten zwar auf eine Konjunkturdelle verweisen, diese aber im Jahr 2021 wieder aufgeholt wird.

Nach mehreren Gesprächsrunden haben wir uns auf den 1. Juli 2020 vertagt.


Nun heißt es, in den Betrieben Flagge zeigen und Eure Arbeitgeber auf ihre
Verweigerungshaltung anzusprechen.


Die Verhandlungskommissionen von IG BAU und ver.di

Update: Tarifrunde WoWi

Am 18.06.2020 trafen sich die Verhandlungskommissionen von ver.di und der IG BAU per Videokonferenz mit 4 Vertretern des Arbeitgeberverbandes zur ersten Verhandlungsrunde für den Vergütungstarifvertrag für die Beschäftigten in der Wohnungswirtschaft.

Der AGV bot hier eine Einmalzahlung mit einer Laufzeit von 12 Monaten an. Dieses Angebot konnte von den Gewerkschaften in der vorliegenden Form nicht angenommen werden. Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits für den 25.06.2020 angesetzt. Auch diese Verhandlungsrunde wird wieder unter den erschwerten Bedingungen einer Videokonferenz stattfinden.

Unglaublich! AGV will nicht über Entgelterhöhungen verhandeln

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
die Corona Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Neben den Ängsten vor der Krankheit und deren Auswirkungen auf euch und eure Familien, plagen viele Menschen auch die Angst vor einer ungewissen Zukunft.

Viele eurer Mieter sind in Kurzarbeit oder davon bedroht, benötigen eure Hilfe im Umgang mit sozialen Härten und der Fragen zu Mietstundungen etc. Eure Arbeitgeber und der Gesetzgeber geben euch dazu die nötigen Instrumente in die Hand. Die Gewissheit seine Wohnung und damit seinen Lebensraum nicht zu verlieren beruhigt die Menschen und ist auch das Ergebnis eures Einsatzes.

Das ist im Moment noch viel wertvoller, da ein großer Teil von euch im Homeoffice ist, mit weniger Kontakt zu Kollegen und Mietern im Büro oder im Schichtbetrieb arbeiten und somit noch viel mehr leisten als ihr es bis dato schon getan habt.

Umso fassungsloser macht uns daher der Versuch des Arbeitgeberverbandes der Immobilienwirtschaft (AgV) aus dieser Situation Kapital für seine Unternehmen zu schlagen. Am 11. Mai 2020 hat uns der AgV darüber informiert, bis zum 30. Juni 2021 keine Entgelterhöhung bezahlen zu wollen und stattdessen einen Tarifvertrag zur Kurzarbeit unter dem Deckmantel der Arbeitsplatzsicherung zu vereinbaren. Dieses Vorgehen ist für ver.di und IG BAU nicht akzeptabel.

Am 13. Mai 2020 haben die Tarifkommissionen von ver.di und IG BAU jeweils in einer Telefonkonferenz darüber beraten und den Arbeitgeberverband aufgefordert umgehend mit uns in die Tarifverhandlungen zum bereits gekündigten Vergütungstarifvertrag einzusteigen. Entsprechende Terminvorschläge wurden unterbreitet.

Die Tarifkommissionen von ver.di und IG BAU

Tarifrunde WoWi 2020/ Verhandlungsauftakt verschoben

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

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wie die meisten von euch vermutlich mitbekommen haben, musste der Verhandlungsauftakt der Tarifrunde WoWi 2020 wegen des Sturmtiefs Sabine verschoben werden. Der Verhandlungsauftakt wird nun am 29. April stattfinden. An diesem Tag soll, anders als in den vergangenen Jahren, aber nicht nur die Forderung der Gewerkschaften an die Arbeitgeber übergeben werden, sondern auch direkt mit den Verhandlungen gestartet werden.

Vergütungstarifvertrag gekündigt/ Forderungen aufgestellt

Zeit für Veränderungen – Möglichkeiten erkennen und Prozesse gestalten

Auch die Arbeitgeberinnen in der Immobilienwirtschaft müssen den Fachkräftemangel und die demographischen Veränderungen in der Arbeitswelt (endlich) zur Kenntnis nehmen und darauf reagieren. Fachkräftemangel und Digitalisierung erhöhen den Druck auf die Mitarbeiterinnen auch in der Immobilienwirtschaft. Arbeitszeiten werden verschoben und ausgeweitet, Ruhephasen immer kürzer. Die Attraktivität der Arbeitsplätze leidet, Fachkräfte sind kaum noch zu gewinnen.

Um die (unsere) Arbeitsplätze noch attraktiver zu gestalten und sowohl neuen, wie auch den Kollegen*innen die bereits in der Branche arbeiten, einen Mehrwert für ihre tägliche Arbeit zu geben, hat die gemeinsame Tarifkommission von ver.di und IG BAU folgende Forderung beschlossen:

  • Wahlmöglichkeit zur Umwandlung von zukünftiger Entgelterhöhung in zusätzlichen Urlaub,
  • Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 6 % für 12 Monate bzw. 9 % für 18 Monate,
  • Differenzierungsklausel für Mitglieder der IG BAU und der ver.di,
  • Überproportionale Anpassung der Lohngruppen.

Die Tarifverhandlungen beginnen am 10. Februar 2020 in Düsseldorf.

Nun liegt es an uns allen, diese Forderungen umzusetzen und die Arbeitsplätze zu gestalten. Gute Tarifverträge fallen nicht vom Himmel, sondern sind das Ergebnis engagierter Mitglieder, die für ihre Interessen kämpfen.

Deswegen: Werde Gewerkschaftsmitglied! Beteilige dich an Diskussionen und Aktionen in deinem Betrieb und darüber hinaus!

Die Tarifkommissionen von ver.di und IG BAU

Was lange währt……….Tarifergebnis endlich erzielt

Tarifinfo Nr. 7, 02. Juli 2019

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

nach ungewöhnlich langen und auch extrem zähen Verhandlungen konnten die Verhandlungskommissionen der Gewerkschaften und des Arbeitgeberverbandes am 02. Juli 2019 in Düsseldorf in der 4. Verhandlungsrunde folgendes Tarifergebnis erzielen:

– Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,7 % p.A., gerundet auf volle 5 €- Beträge
– Laufzeit vom 01.07.2019- 30.06.2020
– Anhebung der Vergütung für Auszubildende um monatlich 50 € für jedes Ausbildungsjahr

Dieses Tarifergebnis unterliegt einer Erklärungsfrist von zwei Wochen.

Darüber hinaus konnte Konsens in der Frage gefunden werden, dass alle weiteren Themen zeitnah – auch außerhalb der Tarifrunden – weiterbehandelt werden, um in die künftigen Verhandlungen mit einer guten Vorbereitung einsteigen zu können.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen ver.di- und IG BAU-Mitgliedern in der Wohnungswirtschaft, insbesondere bei den Kolleg*innen, die uns auch aktiv in dieser Tarifrunde unterstützt haben. Ohne euch hätten wir dieses gute Ergebnis nicht erzielen können.

Für alle, die noch nicht dabei sind gilt weiterhin: sind wir mehr, erreichen wir mehr!
Deshalb: Mitmachen. Mitentscheiden. Mitglied werden.

Euer BTK-Team ver.di und IG BAU

…wenn Zuschauen nicht ausreicht……..

Tarifinfo Nr. 6, 24. Juni 2019

Liebe Kollegin, lieber Kollege,
wie wir bereits in unserem Tarifinfo Nr. 5 berichteten, sind die Verhandlungen um den Vergütungstarifvertrag für die Beschäftigten in der Wohnungswirtschaft noch immer ergebnislos.

Nach nunmehr der dritten Verhandlungsrunde stehen wir vor dem Nichts, da der Arbeitgeberverband (AGV) einen Abschluss noch immer von einer Klausel abhängig
macht, die die SOKA-Bau-Angelegenheit in ihrem Sinne regeln soll. Mehrfach haben wir betont, dass dies kein Thema für diesen Tarifvertrag sei, sondern die Klärung dazu ausschließlich bei den Trägern der SOKA-Bau und dem AGV läge. Dennoch wurde uns vom AGV wiederholt entgegnet, dass für sie ein Abschluss irgendeiner Art ohne diese Klausel ausgeschlossen ist.

Auch, wenn bei den Verhandlungen am 13.06. eine leichte Annäherung spürbar war, müssen wir doch heute deutlich feststellen, dass wir seit Verhandlungsbeginn keinen belegbaren Schritt weitergekommen sind. Denn alle uns kommunizierten Zahlen sind eben von der Unterzeichnung einer Klausel abhängig, die üblicherweise in Tarifverträgen nicht zu regeln ist.

Damit sind wir nach wie vor bei NULL! Und JA: es drohen nun auch Null-Monate für alle Beschäftigten.

Wir bleiben dran (die nächste Verhandlungsrunde findet am 02.07.19 statt).
Mach auch du mit und unterstütze deine Mitglieder in der Tarifkommission, beteilige dich an Aktionen und überzeuge deine Kolleg*innen vor Ort, dass
auch sie mitmachen!
Gute Tarifverträge fallen eben nicht vom Himmel!

Solltet ihr euch mit Aktionen im Betrieb für euren Tarifvertrag stark machen wollen, lasst uns das bitte wissen! Solltet ihr noch Ideen für mögliche Aktionen im Betrieb brauchen könnt ihr euch ebenfalls an uns wenden.